Am 22.11.2011 hat die Fraktionsversammlung einstimmig beschlossen, in Zukunft das Abstimmungsverhalten jedes Mitglieds auch abseits von Umlaufbeschlüssen im Redmine System der Fraktion festzuhalten. Dadurch wird die Fraktion maschinenlesbar. Aber was heißt das?

Dadurch, dass in Zukunft alle Abstimmungen namentlich im Redmine System festgehalten werden, kann man nachvollziehen, wie jedes Mitglied zu welchem Antrag abgestimmt hat. Es bedeutet zudem, dass diese Informationen aus dem System exportiert werden können. Dazu steht einmal das PDF-Format zur Verfügung, praktisch zum Lesen für Menschen, da es hübsch ist, sich schön auf Papier drucken lässt und so weiter. Aber PDFs lassen sich nicht von Maschinen lesen, Computerprogramme haben es schwer mit dem Format, es ist einfach nicht dafür gedacht. Das ist auch bei vielen Daten bei der OpenData-Initiative des Landes Berlin so.  Deshalb lassen sich die Daten aus dem Redmine System auch per CSV exportieren. CSV bedeutet Comma Separated Values, also kommatagetrennte Werte. Es ist bekannt als Austauschformat zwischen verschiedenen Tabellenkalkulationsprogrammen, aber auch viele andere Programme verstehen CSV. Ziel ist, dass jeder die Daten in einem Programm, wie z.B. OpenOffice, auswerten kann, aber es soll auch möglich sein, eigene Programme zu schreiben, die diese Daten auswerten.

Auch wir werden sicher noch unsere Anträge-Seite verbessern und die Daten besser aufbereiten; dafür braucht es jedoch neue Software, die noch programmiert werden muss, dazu auch bald mehr. Ein erstes Beispiel, wie das dann aussieht, bieten die Anträge der letzten Fraktionsversammlung.

Wenn ihr technische Fragen dazu habt, schreibt mir: brechler@piratenfraktion-berlin.de

Eine Sache noch zum Redmine System: Lange war dort ein selbstsigniertes SSL-Zertifikat installiert. Das ist jetzt aber nicht mehr der Fall und ihr solltet jetzt keine Warnungen mehr bekommen.

22 Kommentare

  1. 1

    Toll… und welchen Nutzen hat das für Berlin?

    • Philip Brechler

      Direkt? Keine, außer das jeder was was gemacht wird und er das automatisch erfassen kann. Wir wollen, dass alle Daten maschinenlesbar sind, also machen wir es auch selbst.

    • Gratulation übrigens für deine tolle und höchst innovative Frage !
      Ich möchte noch hinzufügen, da es hier sicherlich viele interessieren wird, dass der sprichwörtlich in China umfallende Sack Reis ebenfalls von der Maschinenlesbarkeit der Piratenfraktion Berlin keinerlei Nutzen davonträgt.
      Eine Information, die wenn wir denn gerade schon dabei sind aufzuzählen, wer von einer Handlung x alles nicht tangiert wird, auch keinesfalls verschwiegen werden sollte.

  2. 2

    Kann es sein, dass Ihr in erster Linie seit Wochen mit Selbstverwaltung beschäftigt seid? Sogar so sehr, dass Ihr Eure Konflikte mittlerweile mittels Mediatoren für 8.000 € lösen müsst?

    Jo

    • Philip Brechler

      Nein, auch mit Anträgen, Anfragen und so, schau doch mal was es so für Anträge der Piraten gibt.

    • Ein völlig normaler Vorgang für eine Partei, die erstmalig in ein Parlament einzieht. Allein das Procedere der Mitarbeiterakquise, welches in diesem Umfang den anderen Fraktionen in dieser Legistaturperiode erspart bleibt, ist mit einem hohen zeitlichen und bürokratischen Aufwand verbunden. Wenn ich es richtig mitgekriegt habe, wurden so um die 80 (?) Bewerbungsgespräche geführt. Und weil es eben bis vor zwei Wochen oder so noch keine Mitarbeiter gab, ist der Aufwand für die Fraktionsmitglieder entsprechend hoch.

      Zudem war gerade mal vor einem Monat die konstituierende Sitzung des AGH, und somit die eigentliche Fraktionsbildung. Das ist keine sehr lange Zeitspanne, um das alles zu organisieren. Man sollte der Fraktion hierfür durchaus zwei bis drei Monate zugestehen.

      • Philip Brechler

        Danke, es gibt also wohl echt noch Leute im Internet die verstehen was die 15 grade alles durchmachen. Es waren, meines Wissens nach über 300 Bewerber und so etwa 50 Gespräche, auf jeden Fall eine Menge Holz. Dazu noch die ersten Sitzungen usw.

        • Keine Sorge, es gibt durchaus Leute, die die Leistung der Berliner Piraten sehr zu schätzen wissen.
          Jeder, der Eure Arbeit über die verschiedenen (Online-)Kanäle verfolgt (was bei anderen Parteien ja in der Form garnicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist) muss anerkennen, wieviel Ihr gerade auf die Beine stellt: Organisatorisch, technisch und inhaltlich!
          Dass ich mich als Nicht-Berliner mal so intensiv mit der Arbeit des Berliner Abgeordnetenhaus beschäftigen sollte…
          Dass sich die Bild lieber mit Salzhäufchen auf Kneipentischen beschäftigt anstatt mit der parlamentarischen Arbeit: Wenig verwunderlich.

          Ich jedenfalls ziehe meinen Hut vor Euch!

  3. 3

    Hallo Paul,

    also wenn ich auf der Startseite deines geposteten Links „Anfrage“ eingebe, erhalte ich für die aktuelle Wahlperiode 52 Treffer und der erste ist gleich ein Anfrage der Piraten. Weiter unten finden sich weitere Anfragen unserer „Neuen“ im AGH.

    Grüße
    Christian

  4. 4

    Schön, darauf haben einige bereits gewartet, Wahlversprechen erfüllen. Wir fangen an und der Rest folgt ;).

  5. 5
    Nachtfresser

    Super, aber was heißt das :
    „Marina Weisband
    ‎“Kein Höchstlohn. Sollen sie erstmal das Geld verdienen. Wir können es ihnen ja später als Staat immer noch wegnehmen.““

    • @nachtfresser: Das heisst, dass wir den Firmen nicht vorschreiben wollen welche Maximallöhne die Menschen erhalten, aber dass natürlich jeder Bürger auch Steuerzahler – ggf. zum Höchstsatz – ist.

      Gruss
      Bernd

  6. 6

    Wenn ihr dazu noch die richtigen Werkzeuge mit an die Hand gebt, um dadurch auch etwas sehr sinnvolles zu erreichen (z. B. bessere Transparenz), stimmt zumindest schon mal die Richtung 😉

  7. 7

    Meiner Meinung nach solltet ihr in diesem Blog auf korrekte Rechtschreibung und Kommasetzung achten.

  8. 8

    Das es, als neue Partei, ohne politische/organisatorische Vorkenntnisse, zu entsprechenden Verzögerungen kommt, war ja abzusehen.

    Aber schön zu sehen, das ihr Fortschritte macht.
    Weiter so!

  9. 9

    Mir würde es ja schon reichen, wenn der Name der Fraktionsgeschäftsführerin auf der Homepage ebenjener stehen würde.

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