Christopher Lauer erhielt im Rahmen seiner Funktion als kulturpolitischer Sprecher der Piratenfraktion im AGH eine Anfrage, die Mitarbeiter der Fraktion in seinem Auftrag recherchiert und beantwortet haben.
Und das ist dabei rausgekommen:

Anfrage:

Hallo Christopher,

kannst du bitte eine kleine Anfrage an unseren Finanzsenator stellen? Es
geht mir um die Abschaffung der Regelung, dass in den Berliner
Staatlichen Museen jeden Donnerstag zwischen 18-22 Uhr der Eintritt frei
war. Diese Regelung wurde am 30.09.2010 abgeschafft. Meiner Meinung nach
wird damit vielen Berliner Bürgern der Zugang zu Kunst verwehrt, während
der finanzielle Gewinn wahrscheinlich eher gering ausfällt, da Touristen
die Museen sowieso nicht Donnerstag abends besuchen.

Vielleicht kannst du mir bei den Fragen noch ein wenig helfen, so
ungefähr würde ich sie formulieren:

– Mit welcher Begründung wurde die Regelung des kostenlosen Eintritts in
die staatlichen Museen Berlins an Donnerstagen abgeschafft?
– Wie viel Geld wurde durch diese Maßnahme eingespart?
– Wie viel Mehreinnahmen wurden durch diese Maßnahme generiert?

Wir haben bei der Senatsverwaltung für Kultur nachgefragt und folgendes erfahren:

Die Berliner Staatlichen Museen liegen in der Verantwortung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die eine Stiftung aufgrund eines Bundesgesetzes ist (Gesetz zur Errichtung einer Stiftung „Preußischer Kulturbesitz“ – PrKultbG v. 25.07.1957). Die Stiftung wird geleitet durch den Stiftungsrat. Dieser hat, nachdem Reiseveranstalter ihre Kunden genau zu den Frei-Eintritt Zeiten zu den Museen gefahren haben, die Regelung aufgehoben, da leider nicht diejenigen profitiert haben, für die diese Regelung geschaffen wurde: die Berlinerinnen und Berliner.

Im Gegenzug hat die Stiftung die Altersschwelle für freien Eintritt in die Museen erhöht, nun haben alle Menschen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr kostenfreien Zutritt zu den Berliner Staatlichen Museen.

8 Kommentare

  1. 1
    Roland Moriz

    Vergleichs-Info: Die drei Pinakotheken und das Brandhorst-Museum in München sind Sonntags für je 1€ zu besuchen. Ganztägig. Für alle.

    http://www.pinakothek.de/neue-pinakothek/besucherinformationen-und-service/oeffnungszeiten-und-eintrittspreise/oeffnungszeite

    • Roland Moriz

      Alle Bayerischen MdB dürfen, warum auch immer, jederzeit kostenlos rein…

  2. 2

    Wenn das so wäre, hätte der Stiftungsrat ja für Berliner/Brandenburger den freien Eintritt beibehalten können (Ausweis zeigen und fertig). Nein, es ist wohl eher so, dass eine Einrichtung, die generell knapp bei Kasse ist, jeglichen Anschein von Großzügigkeit vermeiden muss, um glaubwürdig zu bleiben. So sinnlos die einzelnen Maßnahmen auch sein mögen.

  3. 3
    Jacky Neiwel

    Freier Eintritt bis 18 Jahre ist ja wohl schonmal was! Innerhalb von 18 Jahren schafft man es sich alle Museen mal angeschaut zu haben. Und da dies den ganzen Tag gilt, kann man auch als Kind alleine rein. Im allgemeinem kamen mir die Museen in Berlin aber auch etwas teuer vor(interessant aber teuer). So kann ich verstehen, wenn Reiseveranstalter solche Gelegeheiten dann schamlos ausnutzen.

    Sondertarife für Berliner machen sicherlich sinn. Aber solche Bauten haben nix zu verschenken.

    • Dass die Reiseunternehmen das ausnutzen würden, war zu erwarten. Deshalb sollte man die Zielgruppe für die Maßnahme einengen: Für die Berliner (und Brandenburger?) diese Regelung wieder einführen, für die die normalen Preise einfach zu hoch sind. Einfach abschaffen aus monetären Gründen wäre abzulehnen. Solch eine Stiftung hat auch einen sozialen Auftrag.

  4. 4

    Ich sehe nicht so ganz, warum ein Berliner weniger bezahlen sollte als jeder andere Deutsche (oder ausländischer Gast).

    Eine Kontrolle von Ausweisen wie oben geschrieben wäre ein zusätzlicher Personalfaktor, das kanns ja nun auch nicht sein.

    • Jacky Neiwel

      stimmt auch wieder!

      Ausgerechnet in der Piratenpartei Wohnsitznachweise zu verlangen wäre paradox!

  5. 5

    Zu fragen wäre in diesem Zusammenhang auch, wer diese Museen finanziert. (Wie viele Landesmittel, wie viele Bundesmittel, dann wäre da noch der Länderfinanzausgleich. Da finde ich als Nichtberliner die Regelung alle bis 18 frei gerechter.

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