Schon relativ bald nach unserem Einzug hat sich in der parlamentarischen Arbeit gezeigt, dass die Piratenfraktion in den nächsten Jahren regelmäßige Zuarbeit im Bereich Medien- und Grafikdesign brauchen wird. Bei unserem ersten Designprojekt – dem Erarbeiten eines Flyers über die Fraktionsmitglieder – gelang es uns, einen kurzfristigen, günstigen Vertrag abzuschließen. Jedoch werden wir in Zukunft voraussichtlich wesentlich häufiger Projekte dieser Art haben und wir wollen nicht jedes Mal neu nach einem geeigneten Kandidaten suchen und auch nicht mit langen Verzögerungen rechnen wollen. Im Rahmen dieser Zuarbeit werden wir umfangreiche Kenntnisse brauchen, die sich auch nicht durch die Einstellung eines festen Mitarbeiters regeln ließen. Insofern werden wir voraussichtlich in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen mit einer Agentur zusammenarbeiten, die über diese notwendigen Kenntnisse verfügt. Aufgrund von Wünschen aus der Partei, aber auch aufgrund unserer eigenen Ansprüche streben wir grundsätzlich bei allen größeren Posten eine offene Ausschreibung an. Wir würden daher gerne baldmöglichst eine Ausschreibung für eine dauerhafte Agenturzusammenarbeit machen. Leider lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht konkret abschätzen, in welchem Umfang wir in der nächsten Zeit Projekte haben werden, weswegen auch noch unklar ist, wieviel Bedarf es geben wird. Im Falle eines Vertrages zur Medien- und Grafikzusammenarbeit verfügen wir daher noch nicht über die notwendigen Erfahrungen, um genau abzuschätzen, wie diese Ausschreibung zu gestalten wäre. Daher haben wir als die für den Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit in der Fraktion Verantwortlichen entschlossen, einen folgenden Mittelweg zu gehen:

Um möglichst bald die notwendigen Erfahrungen zu sammeln, wie viele und welche Medienprojekte in unserer Fraktion anfallen, werden wir der Fraktion empfehlen, einen kurzfristigen Vertrag über einige Monate einzugehen. Wir haben daher den freiberuflichen Grafiker Fred Bordfeld, mit dem wir schon im Wahlkampf zusammengearbeitet haben, gebeten, vorübergehend und spontan einzuspringen. Um sowohl seitens der Fraktion als auch von Dienstleister-Seite Planungssicherheit zu haben, soll es einen Vertrag über 6 Monate geben. Gegen Ende dieser Phase soll es dann eine Evaluation geben. Danach folgt eine Ausschreibung, die öffentlich gemacht wird und auf die sich jeder bewerben kann. Auch der kurzfristige Vertrag wird gemäß unserer Finanzordnung öffentlich gemacht. So versuchen wir, sowohl unseren eigenen Transparenz-Geboten zu genügen, als auch schnellstmöglich zu einer effektiven und verlässlichen Medienzusammenarbeit zu gelangen. Diese Dinge sind alle noch sehr neu für uns, aber wir geben uns größte Mühe, unseren eigenen, selbstgewählten Anforderungen zu genügen.

Hier noch einige Infos zu dem von uns anvisierten Vertrag:
– Der Vertrag soll insgesamt 6 Monate dauern
– Soll ein Budget von ca. 3500 netto / Monat umfassen
– Umfasst ein Zeitbudget von ca. 20h pro Woche. Für die Errechnung des Budgets diente als Referenz für den zu leistenden Arbeitsaufwand der BDG Honorarrechner http://www.bdg-designer.de/bdg-honorarrechner.html
– Nach Ablauf von 5 Monaten wird die Zusammenarbeit evauliert und die Fraktion bei der Erstellung einer Ausschreibung unterstützt.

Die lang- und kurzfristigen Projekte umfassen folgende Bereiche:
– Genereller Styleguide (Bildsprache, Typographie, Farben und Formen)
– Print Styleguide (Logos, Geschäftsausstattung, Layout- und Satzvorgaben)
– Screen Styleguide (WordPress-Templates, Interfaces, Präsentationen, Titelei)

Der Link zum Beschluss der Fraktion findet sich hier: https://redmine.piratenfraktion-berlin.de/issues/1346

2 Kommentare

  1. 1

    Wie kann man denn bei einem 6Monatsvertrag von langfrisitigen Projekten sprechen? Ich finde es übrigens gut den ersten Vertrag nicht zu lange zu machen weil – wie beschrieben – die Erfahrung fehlt. Aber sinnvoll sind so kurze Verträge nicht, da macht Ihr Euch nur extra viel Arbeit.

    Eine Abnahmegarantie (wie sie ein monatliches Budget darstellt) würde ich auch nicht fest in die Ausschreibung aufnehmen, sondern sehen worauf sich die Dienstleister auch ohne diese einlassen.

    Und ganz wichtig ist das Thema Mindestlohn bei den Sub-Kontraktoren. Lokale Wirtschaftsförderung erreicht man nicht mit dem billigsten Angebot.

    Gruss
    Bernd

    PS: sehr positiv wie die blog artikel sich hier entwickelt haben!

  2. 2

    Wow 3500,- Euro netto fuer gerade mal 20h Arbeit in der Woche ist schon weit vom deutschen Durchschnitt weg.

    Werden die Sachen dann wenigstens CC fuer alle?

    Braucht Ihr noch nen Softwareentwickler? ;P

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