Auf Antrag der Koalitionsfraktionen fand im Wissenschaftsausschuss des AGH am 18. April eine Anhörung zum Thema „Zugang zum Masterstudium“ an Berliner Universitäten und Hochschulen statt. Die heute (02.05.12) erfolgte Auswertung der Anhörung – zu der Vertreterinnen der Hochschulrektoren, des akademischen Mittelbaus, der verfassten Studierendenschaft aber auch der Wirtschaft eingeladen wurden – zeigt deutliche Defizite in der Ausgestaltung des Zuganges zu Masterstudienplätzen in Berlin auf. Martin Delius, wissenschaftspolitischer Sprecher der Piratenfraktion sagt dazu:

„Die große Koalition musste im Nachgang der Anhörung eingestehen, dass der Bachelor in vielen Studienbereichen eben nicht der Regelabschluss ist und sein kann. Es ist dringend erforderlich alle angebotenen Bachelor-Master-Studiengänge auf ihre Berufsqualifizierung hin zu überprüfen. In vielen Fällen kann der Bachelor überhaupt nicht als brauchbarer Abschluss gelten. So zum Beispiel bei Lehramtsstudierenden, die ohne einen Master keine Unterrichtsbefähigung erhalten. Die Annahme, es sei bedarfsgerecht nur ca. 50 % alle Bachelor-Absolventen später zu einem Masterstudium zulassen zu können, hat sich als vollkommen falsch herausgestellt. Der Bedarf ist sehr viel höher. Die Ausrichtung auf den Bedarf der Wirtschaft bei der Umstellung zum Bachelor-Master-System widerspricht einer zeitautonomen kritischen wissenschaftlichen Ausbildung. Die Anhörung zeigte, dass die Bachelor-Abschlüsse in vielen Fällen nicht einmal geltenden Berufsanforderungen entsprechen. Die Bedarfe der Studierenden fielen zu Gunsten von Wirtschaftlichkeit und Bedarfen aus Industrie und Wirtschaft hintunter. Es muss dringend an einer wirklichen Studienreform in Berliner Hochschulen und Universitäten gearbeitet werden, die mehr jungen Menschen die Chance und das Recht auf ein wissenschaftlich qualifizierendes Masterstudium ermöglicht.“

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