Am Montag den 21.05.12 habe ich mich via Twitter sehr unpassend geäußert: Im Zusammenhang mit der Debatten um eine Geschlechter-Quote innerhalb der Piratenpartei (https://lqpp.de/be/initiative/show/1692.html) verwendete ich den Begriff „Tittenbonus“. Dieser ist natürlich völlig unpassend. Der Ausdruck ist sexistisch und wird in keiner Weise der inhaltlichen Debatte, auf die er sich bezog, gerecht.
Für diesen Fehler kann ich mich nur bei jedem, den ich mit dieser Äußerung diskriminiert oder verletzt habe, in aller Form entschuldigen. Daran gibt es nichts zu beschönigen oder zu begründen.
Die  Diskussion um die Quote bei Listenaufstellungen innerhalb der  Piratenpartei ist eine wichtige und richtungsweisende und sollte sachlich und mit Rücksicht auf die Interessen und Gefühle Einzelner geführt werden.
Gerwald Claus-Brunner

6 Kommentare

  1. 1

    Nicht der Ausdruck ist sexistisch, Ausdrücke an sich sind niemals etwas. Die Verwendung war in diesem Kontext sexistisch, weil damit eine Bevorteilung impliziert wurde.

    Warum fixiert sich so eine Debatte in Deutschland immer gleich auf die Ausdrücke? Die Äußerung wäre mit einem weniger fluchenden Ausdruck genauso sexistisch gewesen. Das Teilwort „Bonus“ ist an dieser Stelle viel schlimmer als das Teilwort mit T.

  2. 2

    „Die Verwendung war in diesem Kontext sexistisch, weil damit eine Bevorteilung impliziert wurde.“

    Und ? Die Feststellung von Tatsachen ist niemals eine Beleidigung und diskriminiert auch niemanden. Also erklär doch bitte mal, inwiefern eine Frauenquote (oder meinetwegen „Geschlechterquote“) keine Bevorzugung ist.

    Ich dachte immer die Piratenpartei wollte gerade nicht so sein wie die etablierte Politik. Wegen der Verwendung des völlig alltäglichen Begriffs „Tittenbonus“ auf Twitter (geht es noch informeller ?) hier so ein Theater loszutreten, sieht eher wie das Gegenteil aus.
    In einer Debatte die von mindestens einer wenn nicht eher beiden Seiten emotional beeinflusst ist, fallen nunmal solche Begriffe. Wer sich dann daran aufhängt, versucht lediglich, die Debatte auf eine Metaebene („Mein Gegner drückt sich unpassend aus“) zu ziehen und vom eigentlichen Thema abzulenken.
    Wer solche Tricks nötig hat, hat meiner Erfahrung nach ganz ganz selten die besseren Sachargumente.
    Sowas sollte man einfach souverän aussitzen, statt sich hier lang und breit wegen Kinkerlitzchen zu entschuldigen.

    • Das ist Unsinn. Es besteht eine Bevorzugung gegenüber Männern bei Einstellungen etc.

      Die Frauenquote soll dieser real existierenden Bevorugung entgegenwirken. Der Aufschrei von seiten vieler Männer und uninformierter Frauen, dass diese Quote eine Bevozugung darstellen soll statt einer ausgleichenden Maßnahme, ist lediglich der Versuch etablierte Privilegien betehen zu lassen.

      • „Das ist Unsinn. Es besteht eine Bevorzugung gegenüber Männern bei Einstellungen etc. “

        Und selbst wenn die bestünde (ein Beweis steht aus) behebt eine Frauenquote dies nicht. Sie führt lediglich dazu, dass dann bis zum erreichen der Quote eben die Männer benachteiligt werden, da bei gleicher Qualifikation (oder vielleicht sogar ohne diese Einschränkung ?) dann eben prinzipiell die Frau eingestellt würde.

        Entgegen der Haltung der Quotenapostel gibt es nicht einfach zwei „Karma-Konten“ für die beiden Geschlechter die man einfach über die Gesamtbevölkerung hinweg ausgleichen muss damit alles ok ist.
        Mir als in dieser Situation aufgrund der Quote nicht eingestelltem Mann nutzt es in dem Moment nicht das geringste zu wissen, dass im Durchschnitt meine Geschlechtsgenossen vielleicht bevorzugt werden. Benachteiligt werde ich trotzdem. Und das ist auch nicht weniger ungerecht, nur weil es vielleicht im Durchschnitt anders aussieht.

        Oder nochmal ganz kurz : Gerecht ist, wenn alle die gleiche Chance haben, nicht wenn erzwungen wird, dass alle das gleiche Ziel erreichen.

      • Jacky Neiwel

        In welcher Branche bestehen diese Bevorzugungen denn bitte? In meiner gibts das nicht. Man redet da immer gerne von der Wirtschaft und den DAXVorständen. FRAUEN, schaut euch bitte mal an, wie man DAXVorstand wird und DANN überlegt ob ihr einen ähnlichen Lebenslauf nachweisen könnt oder auch nur nachweisen wollt.

        Man muss ne Menge schmutzige Wäsche waschen um da ganz nach oben zu kommen. Das kann ein Mann aber genauso gut wie ne Frau tun. Einen Vorstandsposten zu bekommen hat was mit Macht zu tun. Reißt man sie an sich, kann man sie auch haben. Mit einer Quote versklavt man sich hingegen selbst. Ein Sklave wird nie einen DAXKonzern leiten! JEDER Chef will ansonsten nur jemand, der die Arbeit tun kann. Geschlecht ist dem Chef VÖLLIG egal!

  3. 3

    Was mich an der Diskussion um diese Äusserung von Gerwald Claus-Brunner verwundert hat, war der mittlerweile arg routiniert wirkende „Schadensbegrenzungs-Aktionismus“, der danach auf allen Channels ausbrach. Scheinbar wollen die Piraten die Grünen wirklich in jeder Hinsicht toppen – sogar in der Zeit, die es braucht(e), um die ganze Partei in den Kompatibilitätsmodus zum politischen Establishment zu versetzen. Heutzutage geht ja alles viel schneller, aber bei manchen Sachen könnte man von mir aus ein bisschen auf die Bremse treten.

    Was mir zu besagter Äusserung einfällt: Sie klang nicht wie die eines (Berufs-) Politikers, nicht wie die eines Akademikers, Juristen, Pädagogen – sprich: des üblichen Parlamentariers – sondern wie eine Stimme aus der Werkskantine, oder: wie aus dem Volk. Und der, zu dem diese Stimme gehört, kleidet sich noch heute wie ein Arbeiter und nicht „standesgemäss“… Skandal! Ein Mann des Volkes, der sich erdreistet, einen auf „Volksvertreter“ zu machen?! Wo gibts denn sowas? Am Ende setzt so einer noch Mindestlöhne oder Schlimmeres durch. [/sarcasm]

    Hey Piraten! Wolltet ihr nicht „echte Menschen“ in die Politik holen? Echte Menschen, die sprechen wie sie denken und nicht mental vorzensiert, wie ein machtversess^W gemässigter Politiker? Denkt auch mal darüber nach. Nur weil so mancher CXU-MdX NIEMALS das Wort „Tittenbonus“ in den Mund nehmen würde, heisst es nicht, dass er nicht genau so etwas im Kopf hat, wenn er gegen die Frauenquote (z.B. im oberen Management) argumentiert. Dass er es nicht ausspricht, geschieht nur aus einem Grund: machtpolitisches Kalkül. Er spielt seine Rolle, verschleiert was er denkt und labert hohle Phrasen in die Mikros, bis der Interviewer genervt aufgibt. Alles nur zum Zweck, um an die Hebel der Macht zu kommen und dort dann u.a. diesen DÄMLICHEN TITTENBONUS verhin^W^W^W – pardon, natürlich die gut gemeinte, aber leider völlig untaugliche und für den Wirtschaftsstandort nachteilige Frauenquote abwenden zu können.

    Noch kurz zur Quote selbst: Die ist m.M.n. vor allem dort nötig, wo Frauen trotz hinreichender Qualifikation und Bereitschaft, auf Grund struktureller Gegebenheiten, keine echte Chance haben, bestimmte Posten zu erreichen. Trifft das für die Piraten zu? Soweit ich das von Aussen wahrgenommen habe, mangelt es in der Partei eher an Frauen ganz allgemein und an möglichen Kandidatinnen mangels Bereitschaft zur Kandidatur im Besonderen. Oder trauen die Wenigen sich nur nicht, nach vorne zu gehen, würden aber schon gerne, wenn man sie dort platziert? Ich glaube jedenfalls nicht, dass eine Quote geeignet ist, ein quantitatives Defizit zu kompensieren. Das ist dann eher Kosmetik an der Oberfläche, um nach aussen hin ein etwas geschöntes Bild abzugeben, was dem inneren Zustand der Partei aber nicht ganz gerecht wird.

    just my 2¢

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