Im aktuellen Schuljahr hat sich die Zahl der Gymnasiasten, die ein Jahr der Oberstufe wiederholen müssen, im Vergleich zum vorigen Schuljahr verdreifacht. Grund ist die Umstellung der Schulzeit bis zum Abitur von bisher 13 auf nur noch 12 Jahre. Der Landeselternausschuss fordert jetzt, den Schülern die Wahl auf ein Abitur nach 13 Jahren wieder zu ermöglichen.
Dazu sagt Martin Delius, bildungspolitischer Sprecher der Piratenfraktion:
„Der von der Koalition ausgerufene sogenannte Schulfriede ist angesichts der massiven Probleme mit der missglückten Schulstrukturreform in Berlin nicht nachzuvollziehen. An den aktuellen Zahlen zeigt sich, dass wieder einmal von oben herab in die Schulen hineinregiert wurde, ohne sich über strukturelle Probleme und neue Anforderungen Gedanken zu machen. Gerade an den Gymnasien in Berlin macht sich der gewollte Leistungsdruck auf Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte besonders bemerkbar. Neben einer deutlich besseren personellen Ausstattung an allen Schulen, muss auch über eine Abkehr von starren Modellen, wie dem sogenannten G8-Abitur, nachgedacht werden. Eine erfolgreiche individuelle Schullaufbahn und stur vorgeschriebene Abläufe passen nicht zusammen. Gerade das sogenannte Turbo-Abitur erzeugt künstlichen Druck auf alle Beteiligten. Es sollte Schülerinnen und Schülern möglich sein, die Oberstufe in zwei, drei oder vier Jahren zu absolvieren; je nach indivuellem Bedarf. Dazu braucht es vernünftige und flexible Standards, aber keine festen Stundenpläne oder Klassenverbände.“

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