Zum Mangel an pädagogischem Fachpersonal in Kindertagesstätten in Berlin sagt Susanne Graf, Familien- und Jugendpolitische Sprecherin der Piratenfraktion:

„Der Senat scheint noch nicht realisiert zu haben, dass Erzieherinnen und Erzieher Berlin wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und Bezahlung meiden beziehungsweise verlassen. Das geht aus der Beantwortung meiner Kleinen Anfrage vom 20.06.2012 hervor.
Entweder verschließt der Senat seine Augen vor dem Problem des massiven Weggangs von pädagogischen Fachkräften aus Berlin oder er leugnet ihn.
Beim Lehrermangel ist man wenigstens schon so weit, Maßnahmen zu ergreifen – auch wenn deren Wirksamkeit bezweifelt werden darf.
Laut Medienberichten (z.B. Berliner Morgenpost, 05.06.12) entspricht die tatsächlich in Kindertagesstätten vorzufindende Relation von Erziehern zu Kindern oft nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Schlüsseln.
Zwar werden Kontrollen zur Einhaltung des vorgeschriebenen Betreuungsschlüssels durchgeführt, die Ergebnisse dieser Kontrollen werden aber offensichtlich nicht im nötigen Umfang evaluiert.
Wie arbeitet die Kindertagesstättenaufsicht und wie häufig führt diese Kontrollen durch? Hierzu hat der Senat keine schlüssige Antwort. Auch zu der Häufigkeit und Streuung von Verstößen sammeln die Behörden keine Daten.
Wie will man aber vernünftige Konzepte erarbeiten, um dem Missstand des Erziehermangels entgegenzuwirken, wenn keine empirischen Daten vorliegen?
Berlin hat einen Mehrbedarf von 2.400 bis 3.100 zusätzlichen Erzieherinnen und Erziehern. Um diesen Bedarf zu decken, muss es attraktiver sein, Erzieherin oder Erzieher zu werden. Eine angemessenen Bezahlung – abhängig von der beruflichen Qualifikation – und bessere Arbeitsbedingungen wären erste Schritte.“

Antwort auf Kleine Anfrage von Susanne Graf: https://redmine.piratenfraktion-berlin.de/dmsf_files/2841?download=

Fotos Susanne Graf: http://www.flickr.com/photos/piratenfraktionb/sets/72157629232572786/

Was denkst du?

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.