Der Berliner Senat hat am 13.09.2012 die von ihm in Auftrag gegebene Studie der Hochschule für  Angewandete Wissenschaften in Hamburg zur  „Beurteilung der Kosten- und Preisstrukturen für das Schulessen im Bundesland Berlin unter Berücksichtigung des Qualitätsstandards in der Schulverpflegung“ veröffentlicht.

Dazu sagt Martin Delius, bildungspolitischer Sprecher der Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin:

„Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Schulen mit einem qualitativ hochwertigen Schulessen ist ein Teil des breitgefächerten Bildungs- und Fürsorgeangebots für Schülerinnen und Schüler des Landes Berlin. Seit Jahren hat der Senat diese Aufgabe vernachlässigt und am falschen Ende gespart. Der Median des Ausschreibungspreises der Bezirke für eine Portion  Mittagessen lag bisher bei 1,97 €. Dies muss sich in Zukunft ändern, denn zu diesem Preis ist es schlicht nicht möglich, ein Essen anzubieten, das den Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung auch nur annähernd genügt.

Dies beweisen nun auch die Ergebnisse der veröffentlichten Studie der Hochschule für  Angewandete Wissenschaften, in der  Kosten von 3,14 € bis 4,25 € pro Portion berechnet wurden. Der bisherige Vorschlag der Piratenfraktion, 3,50 € befindet sich in dieser Spanne und unterschreitet zum Teil jene Schlußfolgerungen der Wissenschaft.

Wer sich damit rühmt, in der Ganztagsbetreuung Vorreiter zu sein, muss auch Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kinder und Jugendliche über Stunden hinweg sich konzentrierten können, um zu lernen. Der Senat ist nun gefordert, zu handeln. Er muss die Zuweisungen an die Bezirke erhöhen, sodass Schulen befähigt werden, Kinder und Jugendliche mit einem qualitativ hochwertigem  Mittagessen zu versorgen. Dies darf selbstverständlich nicht zu Lasten der Eltern geschehen.“

Links:

Studie des Senats: http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/besondere_paedagogische_konzepte/gute_gesunde_schule/schulverpflegung_kosten_qualisicherung.pdf?start&ts=1347018021&file=schulverpflegung_kosten_qualisicherung.pdf

Antrag der Piratenfraktion „Versorgung an Berliner Schulen verbessern (I): Qualität hat ihren Preis“: http://www.parlament-berlin.de/ados/17/IIIPlen//vorgang/d17-0384.pdf
Änderungsanträge der Piratenfraktion:
http://www.parlament-berlin.de:8080/starweb/adis/citat/VT/17/DruckSachen/d17-0384-1.pdf
http://www.parlament-berlin.de:8080/starweb/adis/citat/VT/17/DruckSachen/d17-0384-2.pdf
Fotos von Martin Delius: http://www.flickr.com/photos/piratenfraktionb/sets/72157629232844956/

2 Kommentare

  1. 1
    Jacky Neiwel

    aha, endlich steht da auch mal schwarz auf weiß, dass es um die Gesamtkosten geht und nicht bloß um den Wareneinsatz und Energiekosten-Dies wiederum war bei einer ähnlichen Debatte in England nämlich wohl der Fall, wer erinnert sich nicht an „Jamie´s School Dinner´s 33 pence^^“Zwischen 1/2 und 2/3 liegen die Personalkosten in etwa in der pdf. Sehr interessant und verständlich zu lesen finde ich, danke fürs hochladen!

    Nun habt ihr 4 Probleme:
    1. zu niedrig angesetzte Preise für Lebensmittel
    2. Investitionsstau in den Produktionsstätten
    3. zu niedrige Löhne für die Produzenten
    4. besseres Essen braucht auch mehr Zeit und damit erhöht sich Punkt 3 nocheinmal.

    Ich glaube, dass es bei so vielen Baustellen also mit eurem geplantem Etat sehr knapp werden wird. Berlin kommt nicht drumrum, seine Großkücheninfrastruktur effizienter zu gestalten, um die Arbeitskosten niedrig zu halten.

  2. 2

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