Der Berliner Senat hat in der Antwort auf die kleine Anfrage der Piratenfraktion vom 15.08.2012,  Fallzahlen und Ausgaben für integrative Lerntherapien nach §35a SGB VIII (Drs. 17/10849) mitgeteilt, die sich hauptsächlich an Schüler und Schülerinnen mit Beeinträchtigungen im Bereich Lesen und Schreiben richten. Demnach hat sich die Anzahl der Hilfen pro Monat von 454 Hilfen im Jahr 2004 auf 1.414 Hlfen im Jahr 2011 erhöht. Das ist eine Steigerung von 315 %. Die Ausgaben stiegen von 1.929.531 Euro im Jahr 2004 auf 4.458.886 Euro im Jahr 2011, um 213 %.

Dazu sagt Martin Delius, bildungspolitischer Sprecher der Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin:

„Diese Zahlen sind besorgniserregend und können nicht ignoriert werden. Der Senat ist jetzt aufgefordert zu prüfen, welche Ursachen hinter den Steigerungen stecken.  Einerseits sind schulische Rahmenbedingungen, wie z.B. das qualitiativ mangelhafte Schulessen, das der Aufmerksamkeit und der Konzentration der Kinder nicht zuträglich ist, oder das Problem zu großer Klassen zu untersuchen. Andererseits sind weitere Gründe, die das Lernen beeinträchtigen und insbesondere die Entwicklungen des Lese- und Rechtschreibunterrichts im Fach Deutsch hinsichtlich fachdidaktischer Methoden und pädagogischer Effizienz zu prüfen.
Die Zahlen zeigen, dass es dringend notwendig ist, sowohl die Struktur und Lehrmethoden des Lese- und Rechtschreibunterrichts an Schulen als auch die Qualifikation des pädagogischen  und schulpsychologen Personals zur Bewertung und Einordnung potentieller Störungen zu reformieren. Im Rahmen der anstehenden Lehrer_innenbildungsreform werden die Piraten auf konkrete Anforderungen von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedarfen eingehen.“

Auf ihrem Landesparteitag am Wochenende hat die Piratenpartei Berlin ein Positionspapier zum Thema „Chancengleichheit im Bildungssystem“ verabschiedet, in dem ebenfalls auf das Thema Rechtschreibunterricht eingegangen wird.

Links

 

2 Kommentare

  1. 1
    Jacky Neiwel

    Diese PM macht mich schwindelig. Um was für ne Art von Aufwendungen geht es hier konkret und welche Schüler werden damit gefördert?

    Erst einmal beruhigt es mich doch sehr, wenn die Berliner Schulen die Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche nicht allein im Regen stehen lassen. Aber so ein „Förderunterricht“ muss in jedem Fall qualitativ hochwertig sein.

  2. 2

    Für mich ist auf dem Parteitag rübergekommen, dass Rechtschreibsicherheit eine Auslesekriterium und deshalb abzulehnen ist.

    Außerdem soll’s ja bald die schulfreie Schule geben.
    Da hat sich das mit LRS dann ohnehin erledigt.

    Ach ja: Und dann war da noch von 3 demokratischen Schulen in Berlin die Rede. Furchtbar für die 288.000 Berliner Schüler, die nicht in demokratische Schulen dürfen.

Was denkst du?

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.