Nach mehreren Gewalttaten an Bahnsteigen von S- und U-Bahnhöfen in Berlin  ist die Diskussion um das Thema Videoüberwachung erneut entfacht. Aktuell äußerte sich die Deutsche Bahn AG als Eigentümerin der S-Bahn ablehnend zu einer flächendeckenden Kameraüberwachung, welche unter anderem von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) gefordert wird. Mehr Personal auf den Bahnsteigen sei der effektivere Weg zu mehr Sicherheit, so die Bahn.

Dazu sagt Christopher Lauer, innenpolitischer Sprecher und Fraktionsvorsitzender der Piratenfraktion:

„Videoüberwachung an Bahnsteigen ist oft nicht mehr als eine Simulation von Sicherheit. In den meisten Fällen findet keine Beobachtung des Bahnsteiges in Echtzeit statt, sondern das Geschehen wird lediglich aufgezeichnet. Im Moment der Bedrohung oder gar in einer Notsituation nützt diese Aufzeichnung den Opfern jedoch wenig, da sie lediglich einen im Nachhinein auswertbaren Mitschnitt der Straftat liefert. Mehr Sicherheit und Hilfe in der konkreten Situation ist so aber nicht zu erreichen.

Nicht einmal das subjektive Sicherheitsempfinden der Fahrgäste steigt durch eine vorhandene Videoüberwachung, wie eine Fahrgastbefragung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im September ergab.

Die teilweise mehrstündige Aufnahmen in Echtzeit auswerten zu müssen,  ist für die Polizei zudem ein sehr zeitaufwändiges Unterfangen.
Man sollte aktiv vorbeugen, um die Fahrgäste vor Gewalttaten zu schützen, statt später Bänder auszuwerten, um die geschehenen Vorfälle aufzuklären.

Einzig mehr Personal auf den Bahnsteigen kann für mehr Sicherheit sorgen. Dafür scheint das Geld aber nicht da zu sein. Das ist bitter.“

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