Nach jahrzehntelanger Diskussion und Planung wird morgen Vormittag, den 24.10.2012, das Denkmal für Sinti und Roma im Regierungsviertel eingeweiht. Nach fast 70 Jahren bekommt diese Opfergruppe des Nationalsozialismus endlich eine Gedenk-Stätte in Berlin.

Dazu sagt Fabio Reinhardt, integrationspolitscher Sprecher der Piratenfraktion Berlin:

„Es ist gut und an der Zeit, dass den ermordeten Sinti und Roma ein würdiger Ort des Gedenkens gewidmet wird. In der Zeit des NS-Regimes wurden mehrere Hunderttausend Sinti und Roma Opfer eines grausamen Genozids. Das neue Mahnmal gibt Trauer und Erinnerung den notwendigen Platz in unserer Mitte.“

Aber Erinnern reicht nicht. Die aktuelle Situation der in der Hauptstadt lebenden ausländischen Roma ist äußerst schwierig. Ob Arbeit und Soziales, Bildung oder Wohnen – in keinem Lebensbereich gibt es eine problemlose Integration. Seit 2006 hat sich die Zahl der Roma in Berlin mehr als verdoppelt. Ihre Lebensbedingungen sind oftmals menschenunwürdig: sie leben auf der Straße oder in überfüllten Wohnung – ohne Zugang zu Arbeit und Bildung. Die Politik muss handeln, daher hat die Piratenfraktion einen Workshop zum Thema „Roma in Berlin“ initiiert. Gestern fand ein reger Experten-Austausch zur Bildungssituation der Roma in der Hauptstadt statt. Aus diesen Werkstattgesprächen wollen die Piraten Anregungen für weitere politische Schritte aufnehmen.

Hierzu ergänzt Fabio Reinhardt:

„Es ist wichtig, sich mit den Bedürfnissen der verschiedenen Gruppen in Berlin zu beschäftigen und lehrreich für viele allgemeine, vorherrschende Probleme. Für die Zukunft brauchen wir Lösungen. Je mehr wir über die konkreten Probleme wissen, desto effektiver können wir sie angehen. Die Vorlage des Senats in Bezug auf die Roma greift zu kurz. Die Arbeit vor Ort muss gestützt und intensiviert werden. Dazu muss die Politik die Weichen stellen.“

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