Alle Jahre wieder … Es schneit und alle Verantwortlichen tun überrascht ob des Chaos, der Ausfälle, Verspätungen und ähnlichem bei unseren Bahnen und Bussen in Berlin. Nach den Erfahrungen aus den letzten Jahren wurden Versprechungen gemacht. Gehalten wurden sie bislang nur unvollständig.

Das sind die Fakten:

  • Trotz gegenteiliger Versprechen mehr Triebfahrzeugführer einzustellen, fehlen derzeit noch 50 Fahrer, um einen reibungslosen Betriebsablauf gewährleisten zu können. Folge: Wenn ein Triebfahrzeugführer krankheitsbedingt ausfällt, fällt auch gleich der ganze Zug aus.
  • Die Antriebsmotoren der S-Bahn-Züge sollten wintersicher gemacht werden. Bislang ist das erst bei 80 Prozent der Züge geschehen. Folge: 20 Prozent der Züge sollten besser nur im Sommer fahren.
  • Für einen störungsfreien Fahrplan benötigt die S-Bahn-Berlin GmbH mindestens 500 einsatzbereite sogenannte Viertelzüge. Aufgrund von notwendigen sicherheitsrelevanten Umrüstungsmaßnahmen sind derzeit nur 460 Viertelzüge verfügbar. (Stand 1.12.2012)
  •  Die S-Bahn-Berlin GmbH ist stolz darauf, 900 von 1.000 Weichen mit Heizsystemen ausgestattet zu haben – aber: Diese Heizungssysteme sind entweder nicht leistungsfähig genug oder werden aus Kostengründen oftmals nicht mit voller Leistung betrieben.

Dazu sagt Gerwald Claus-Brunner, Sprecher ÖPNV der PIRATEN im Berliner Abgeordnetenhaus:

„Sobald eine Schneeflocke hochkant auf den Gleisen steht, fällt der komplette Zugverkehr aus. Da ist die die S-Bahn-Berlin GmbH schon seit Jahren zuverlässig unzuverlässig. Und das wird sich auch in diesem Winter nicht großartig ändern. Mehr Personal, wintersichere Antriebsmotoren, ausreichend einsatzfähige Viertelzüge und leistungsfähige Weichen-Heizsysteme kosten Geld und das wiederum widerspricht dem Sparwahn des Senat und der Gewinnmaximierung beim Mutterkonzern DB AG.

Ein zuverlässiger S-Bahn-Verkehr braucht ein S-Bahn-Unternehmen, welches genügend Reserven besitzt, um Belastungen, die über den Regelbetrieb hinausgehen, gerecht werden zu können. Den Werkstätten fehlt beispielsweise die Ausstattung, die Züge im Winter zeitgerecht zu warten. So gibt es nicht genügend Abtauplätze, und man behilft sich stattdessen mit Zelten.

Aber ab 2019 wird ohnehin keine Schneeflocke mehr dem S-Bahnverkehr den Garaus machen können – denn bei der aktuell vorliegenden Planung des Senats gibt es dann keinen einzigen einsatzbereiten S-Bahn-Zug mehr. Der Senat flüchtet aus seiner Verantwortung, indem er das S-Bahn-Netz privatisieren will. Teile des Netzes befinden sich bereits in der Ausschreibung.“

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