Die Piratenfraktion hat wie angekündigt weitere Dokumente der Senatskanzlei für den BER-Untersuchungsausschuss veröffentlicht. Aus diesen geht hervor, dass innerhalb der Senatskanzlei schon 1995 mit möglichen Kostensteigerungen beim Bau eines Großflughafens gerechnet wurde, die das Doppelte bis Vierfache der ursprünglich angesetzten Kosten betragen könnten. Auch wird in den Dokumenten darauf verwiesen, dass das Land Berlin nicht in der Lage ist, eine derartige Investition zu stemmen.
Hierzu sagt Martin Delius, für die Piratenfraktion im BER-Untersuchungsausschusss:
„Die Verantwortlichen haben schon in der frühesten Planungsphase mit einer Verdoppelung bis Vervierfachung der angesetzten Kosten gerechnet. Aus der Fachebene der Senatskanzlei drangen deutliche Warnungen an den damaligen Regierenden Bürgermeister, dass das Land Berlin sich den Bau eines Großflughafens nicht leisten könne und es wurde darauf verwiesen, dass die vernünftigste Lösung der schrittweise Ausbau des vorhandenen Flughafens Schönefeld gewesen wäre. Die Warnungen der eigenen Fachleute wurden von mehreren Senaten und zwei Regierenden Bürgermeistern bestenfalls schulterzuckend ignoriert. Die nach außen kommunizierten, völlig unrealistischen Kosten des Flughafenbaus waren politisch gesetzt und nicht zu begründen. Dass die 1995 getroffene Prognosen nicht aus der Luft  gegriffen waren, zeigen die aktuellen Entwicklungen und immer neuen Kostensteigerungen.
Die Überraschung, die Wowereit ob der ständigen neuen Hiobsbotschaften vom BER immer wieder zur Schau trägt, kann ihm vor diesem Hintergrund nicht mehr abgenommen werden.“

 

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