Heute wurden die ersten Zeugen Im BER-Untersuchungsausschuss gehört.
Mehrere Zeugen verwiesen auf die Bedeutung der Fehlinvestitionen im Zuge des sog. Baufeld-Ost-Skandals für die Standortentscheidung für Schönefeld. Die Anfang der 1990er Jahre unnötig aufgekauften Grundstücke rund um den Flughafen Schönefeld hatten Verluste für die Flughafengesellschaft zur Folge, die, so zumindest einige Überlegungen, mit der Errichtung des Großflughafens an diesem Standort hätten aufgefangen werden können. Sowohl der ehemalige Senator Klaus Böger als auch der damalige Berater Herbert Märtin wiesen in ihrer Vernehmung auf diesen Umstand hin.
Hierzu sagt Oliver Höfinghoff, für die Piraten im BER-Untersuchungsausschuss:
„Aus heutiger Sicht muss man sich fragen, wie sinnvoll die Entscheidung für Schönefeld als Standort gerade aus Kostengründen war. Als eines der Hauptargumente wurde von mehreren Zeugen die zu teure Verkehrsanbindung genannt.
Im allgemeinen Privatisierungswahn der 90er Jahre ist offensichtlich angenommen worden, ein einmal privatisierter Großflughafen werde sich schon irgendwie refinanzieren. Das gescheiterte Privatisierungsverfahren zeigte dann ja auch später, dass Fehlplanungen sich durch Privatisierung nicht einfach kompensieren lassen.
Das Problem Lärmschutz, das heute zu erheblichen Mehrkosten am Standort Schönefeld führt, wurde nach Aussage des Zeugen Sts. Alexander Straßmeir im Vorfeld der Standortentscheidung lediglich unter dem Gesichtspunkt „Nachtflüge“ thematisiert. Es sei zwar schon 1995 klar gewesen, dass dadurch auch erhebliche Kosten verursacht würden, dennoch habe man damals keine eingehenderen Berechnungen hierzu vorgenommen.
Der Zeuge Böger verwies darauf, dass der Lärmschutz für die Anwohner nach der Standortentscheidung für Schönefeld für ihn große Priorität besessen habe. Die Politik sei aufgerufen gewesen, den Lärmschutz weitestgehend durchzusetzen. Wenn dem damals schon nachgekommen worden wäre, müssten heute nicht viele Anwohnerinnen und Anwohner um ihren Schlaf bangen.“

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