Eine Kleine Anfrage der Piratenfraktion hat ergeben, dass 2012 über 1,8 Millionen Mahnungen von Vattenfall an säumige Stromkunden und mehr als 160.000 Mahnungen von der GASAG an Gaskunden versandt worden sind. Laut Angaben der beiden Energieversorger, welche die Sperrungen operativ im Auftrag aller Strom- bzw. Gaslieferanten in Berlin durchführen, wurde 2012 18.978 Haushalten der Strom- und 1.893 Haushalten der Gasanschluss gesperrt.

Dazu sagt Alexander Spies, sozialpolitischer Sprecher der Piratenfraktion:

„Die hohe Zahl der Strom- und Gassperrungen ist ein Skandal. Es ist nicht hinnehmbar, dass fast 20.000 Haushalten in Berlin der Strom oder das Gas abgedreht wird. Energiekonzerne müssen demokratisch kontrollierbar sein. Nur so kann sichergestelt werden, dass sie von einer rigiden Abmahn- und Sperrungspraxis Abstand nehmen. Die Bewilligungspraxis bei der Übernahme von Energieschulden durch die Jobcenter oder Sozialämter muss deutlich besser werden. Außerdem muss das Angebot an unabhängigen Schuldnerberatungsstellen ausgebaut werden.  Erschreckend ist, dass der Senat hier offensichtlich keinerlei Handlungsbedarf erkennen will. Energie wird immer teurer, gleichzeitig sinkt die Zahl der Menschen mit geringen Einkommen nicht. Es ist absehbar, dass dementsprechend auch immer mehr Menschen von Strom- oder Gassperrungen betroffen sein werden. Die Zahlen zeigen einmal mehr, dass Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge wie Gas-, Strom- oder Wassernetze nicht von privaten Unternehmen, die ausschließlich profitorientiert handeln, betrieben werden dürfen. Netze müssen in Bürgerhand.“

Links: 

Kleine Anfrage „Energiearmut in Berlin – Bilanz 2012“ (Drucksache 17/11531):

http://redmine.piratenfraktion-berlin.de/dmsf_files/6196?download=

Mehr Infos zum Thema im Redmine der Piratenfraktion:

https://redmine.piratenfraktion-berlin.de/projects/gessoz/wiki/Energiearmut

 

 

 

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