Die Diskussion über die längst überfällige Reform des Lehrerbildungsgesetzes zieht sich hin. Die Piratenpartei war zwar nicht bei den bisherigen umfangreichen Reformen der Berliner Bildungslandschaft nicht beteiligt, setzt sich aber selbstverständlich bei den anstehenden Reformen mit den Auswirkungen auseinander.

Unter der Überschrift „Neue Lernkultur braucht neue Lehrkultur!“ habe ich nun für die Piratenfraktionen den Rahmen für unsere Prioritäten für das neue Gesetz erarbeitet. Das Impulspapier ist in der Piratenpartei in der Diskussion und bildet die Grundlage für die Argumentation in den Ausschüssen für Bildung, Jugend, Familie und im Wissenschaftsausschuss.

Wir konzentrieren uns auf vier Kernforderungen, die teilweise auch schon durch die Vorschläge der so genannten Baumert-Kommission aufgegriffen worden sind.

Den Alltag ins Studium bringen!

Ein verpflichtendes Praxissemester im Masterstudium ist wichtig und richtig, uns aber nicht genug. Fachwissenschaftliche Praktika im Bachelor sind Motivatoren und Realitätstests für angehende Lehrerinnen zugleich. Wir erwarten hier vom Senat, dass er zumindest über diese Möglichkeit mit den Universitäten diskutiert. Die Schulen und Universitäten brauchen dafür unsere Unterstützung, personell und strukturell. Berlin darf sich nicht einigeln bei der Frage der Praktika und muss aktiv Kooperationen mit Brandenburg und dem Ausland fördern.

Inklusion als große gesamtgesellschaftliche Herausforderung begreifen!

Der Themenkomplex „Inklusive Schule“ muss einen zentralen Stellenwert in der Lehrerinnenbildung erhalten, wie auch von der wissenschaftlichen Kommission vorgeschlagen. Wir wollen prüfen lassen ob die bisher veranschlagten maximal 15 LP für das entsprechende Modul in allen Studiengängen erweitert werden können. Den Umgang mit besonderen Bedürfnissen der Schülerinnen müssen alle Lehrerinnen erlernen und erleben. Außerdem muss frühzeitig klar werden welche besonderen Kompetenzen Sonderpädagoginnen mit Abschluss Sonderpädagogik im Schulalltag bekommen sollen, da sie maßgeblich zum Gelingen des Projektes „inklusive Schule“ beitragen werden müssen.

Neue Medien brauchen neue Methoden in allen Fächern!

Wir fordern den Senat auf, den Komplex der Medienbildung, der Medienkompetenz und der Mediendidaktik nicht als „Inhalt“ oder „Methode“ zu verstehen, der mit den Universitäten im Einzelnen verhandelt werden muss, sondern als regelungsbedürftige Querschnittsaufgabe für alle Lehrämter. Unsere Medienpädagogik von heute ist die Medienkompetenz unserer Kinder von morgen. Deshalb brauchen wir mindestens Wahlpflichtmodule für alle neuen Studiengänge.

Die Sekundarschule – Zusammenführen was zusammen gehört!

Wir bekennen uns zu einer gemeinsamen Ausbildung von Lehramtsanwärterinnen für ALLE Sekundarschulen und ein eigenständiges Lehramt für die Grundschule. Dabei dürfen musische, lebensweltliche und geisteswissenschaftliche Fächer nicht benachteiligt werden. Unser Ziel ist die Gemeinschaftsschule als alltägliche Schulform und weniger Selektion in der Schullaufbahn. Wenn wir dieses Ziel irgendwann erreichen wollen, dann müssen wir jetzt den nächsten Schritt gehen und vermeintliche Sonderstellungen für Lehramtskandidatinnen für das Gymnasium abschaffen.

Die Kurzversion unserer Forderungen kann man hier herunter laden.

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