Die Berliner S-Bahn beabsichtigt, künftig anstelle von Zugabfertiger*innen Videokameras auf Bahnsteigen einzusetzen. Die bei der Abfertigung anfallenden Aufnahmen von einem kleinen Streifen der Bahnsteigkante sollen bis zu 72 Stunden gespeichert werden dürfen. Sollte die S-Bahn ihre Pläne in die Tat umsetzten, wären die Stellen von 400 Zugabfertiger*innen  gefährdet.

Hierzu sagt Christopher Lauer, innenpolitischer Sprecher und Fraktionsvorsitzender der PIRATEN im Abgeordnetenhaus:

„Um die Sicherheit an Berliner Bahnhöfen zu verbessern, ist mehr und nicht weniger Personal auf den Bahnsteigen nötig. Eine Kamera kann in kritischen Situationen nicht eingreifen. Die geplante anlasslose Speicherung der gewonnen Daten ist ein gefährlicher Irrweg. Der Bildauschnitt ist so eng begrenzt, dass sich in den seltensten Fällen Rückschlüsse zu Straftaten ziehen lassen werden. Gleichzeitig werden alle Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen erfasst und gespeichert. Hier steht der zu erwartende Nutzen in einem krassen Missverhältnis zum Eingriff in die Grundrechte der Fahrgäste. Sicherheit soll durch Kameras suggeriert werden, tatsächlich aber wird die Maßnahme zu mehr Unsicherheit auf Berlins Bahnsteigen führen. Dass bei den Plänen zu einer derart groß angelegten Videoüberwachung nicht einmal der Berliner Datenschutzbeauftragte zu Rate gezogen wurde, zeigt, dass es bei der Berliner S-Bahn erschreckend wenig Sensibilität zum Thema Datenschutz gibt.“

 

Was denkst du?

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.