Mehr als 28.000 gültige Unterschriften hat die Initiative „100 % Tempelhofer Feld“ für die erste Stufe des Volksbegehrens gesammelt. Den Senat scheint das nicht zu interessieren!

Er arbeitet trotz Absage der Internationalen Bauausstellung (IBA) munter weiter an seinem Masterplan, der die teilweise Bebauung des Areals mit Wohn- und Gewerbestandorten sowie öffentlichen Nutzungen wie beispielsweise die Zentrale Landesbibliothek (ZLB) vorsieht.

Der Dialog mit Betroffenen, Interessierten und Anwohnern war bislang erschreckend einseitig und beschränkte sich auf die Kommunikation der Planungsziele des Senats. Ergebnisoffenheit, wie von den PIRATEN gefordert, war bedauerlicherweise nie ein zentrales Anliegen des Berliner Senats. Nun hat sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der Forderung nach echter und ergebnissoffener Bürgerbeteiligung angeschlossen und eine Initiative zur Vorbereitung der Entscheidung durch ein unabhängiges Forum Tempelhofer Feld ins Leben gerufen.

Philipp Magalski, Sprecher für Umwelt- und Naturschutz der Piratenfraktion sagt:

„Wir PIRATEN begrüßen den Stop einer nicht vermittelbaren IBA. Die Kosten für deren Planung sind allerdings fahrlässig in den Sand gesetzt worden. Der Senat wäre gut beraten, auch seine Planungen an der Tempelhofer Freiheit zu überdenken, bevor Fakten geschaffen werden, die niemand will und die ebenfalls Unsummen verschlingen.

Das Tempelhofer Feld ist ökologisch zu kostbar, um seine Zukunft kurzfristigen Verwertungsinteressen des Senats und verschiedener Bauinvestoren und Landschaftsgestaltern unterzuordnen. Es bietet in seiner derzeitigen, für Großstädte einmaligen zentralen Nutzungsstruktur für jeden etwas: Geschützte Naturbereiche, Urban Gardening, Sport und Freizeitgestaltung auf breitestem Raum, für gestresste Städter, Berlinbesucher und Erholungssuchende. Hieran gilt es anzuknüpfen, und jede Weiterentwicklung ist mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam zu bewerten und abzustimmen.

Hierbei ist der Nullvariante, der planerischen Idee eines „kreativen Liegenlassens, also lediglich den Bestand zu erhalten und nutzerorientiert zu verwalten, ausreichend Raum zu geben. Berlin als Land mit Milliardenschulden täte ohnehin gut daran, mehr in preisgünstige Bestandspflege als in teure Prestigeobjekte zu investieren. Mangelnde Bürgerbeteiligung bei Großprojekten führen zudem schnell zu mangelnder Akzeptanz und damit zu hohen Zusatzkosten und massiver Zeitverzögerung, wie Stuttgart 21 und BER zeigen.“

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