Heute tagte der Untersuchungsausschuss zum BER-Debakel zum 15. Mal. Vernommen wurde das Mitglied des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft Michael Zehden.

Hierzu sagt Martin Delius, Vorsitzender des BER-Untersuchungsausschusses:

„Herr Zehden bestätigte das Bild eines sich selbst genügenden Aufsichtsrats, der blind auf die Angaben der Geschäftsführung vertraute. Der Aufsichtsrat hielt es anscheinend nicht für nötig, genauer nachzufragen oder eigenständig Informationen einzuholen.

Desweiteren ergaben sich aus der Vernehmung des Zeugen konkrete Hinweise darauf, dass die unter der alten Geschäftsführung von Rainer Schwarz und Manfred Körtgen an den Aufsichtsrat geleitete Controllingberichte nicht mit den tatsächlichen Ergebnissen des Controllings übereingestimmt haben könnten. Uns liegen beispielsweise aus den Akten Erkenntnisse vor, dass es bereits im März 2012 warnende Stimmen gab, die die geplante Eröffnung am 3. Juni 2012 in Frage stellten. Jetzt gilt es herauszufinden, warum diese Warnungen bei Aufsichtsrat und Anteilseignern nicht angekommen sind. Dieser war schließlich noch im April 2012 von einer Inbetriebnahme am 3. Juni ausgegangen.

Dass verschiedene Berichte eventuell nicht in Ordnung waren, entschuldigt allerdings nicht die mangelnde Kontrolle durch den Aufsichtsrat. Dieser war und ist verpflichtet, eigene Informationen einzuholen. Dies schein insbesondere im Dezember 2011 versäumt worden zu sein, als es erstmals um die Probleme beim Brandschutz am Flughafen ging.“

Zu den aktuellen Entwicklungen um den Flughafen BER äußert sich Martin Delius wie folgt:

„Herr Mehdorn scheint dem Betriebsklima der Flughafengesellschaft nicht gut zu tun. Dass nun mit Horst Amann ausgerechnet derjenige öffentlich sabotiert werden soll, der auf die Mängel des Projekts BER systematisch hinweist, ist bezeichnend für die Geschäftspolitik von Herrn Mehdorn: , die sich in Ankündigungen, Versprechungen, und Familienfesten zu erschöpfen scheint. Die Baustelle BER ist seit der Einstellung von Herrn Mehdorn keinen Schritt weitergekommen. Dies lässt nur einen Schluss zu: Herr Mehdorn macht seine Arbeit schlecht.“

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