Pressemitteilung von Martin Delius

Im Untersuchungsausschuss zum BER-Debakel wurde heute der ehemalige Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Engelbert Lütke Daldrup, befragt. Dieser war von 2006 bis 2009 Mitglied des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft.

Hierzu sagt Martin Delius, Vorsitzender des BER-Untersuchungsausschusses:

„Herr Lütke Daldrup wies in seiner Aussage mehrfach darauf hin, dass es im Aufsichtsrat an fachlicher Kompetenz fehlte, um ein Großprojekt wie den Bau eines neuen Flughafens tiefergehend zu kontrollieren. Statt sich auf die wichtigen Fragen zu konzentrieren, hätte man in den Sitzungen ausführlich über Details und Kleinigkeiten diskutiert. Seiner Einschätzung nach, war die Flughafengesellschaft von vorneherein nicht in der Lage, den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) sachgerecht zu errichten.

Ich habe in der Vergangenheit schon häufiger darauf aufmerksam gemacht, dass die Flughafengesellschaft keine gute Bauherrin war und ist. Meine Auffassung hat Herrn Lütke Daldrup heute nochmals bestätigt.

Der Zeuge kritisierte außerdem das Finanzcontrolling der Flughafengesellschaft. Bereits 2008 hatte er vorgeschlagen, einen Finanzvorstand einzusetzen. Umgesetzt wurde diese personelle Erweiterung allerdings erst fünf Jahre später. Anscheinend war der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Wowereit lange Zeit nicht in der Lage, eine für diese Aufgabe geeignete Person aufzutreiben. Aber wahrscheinlich war das Interesse an der Situation der Flughafengesellschaft beim Land Berlin und bei seinen Vertretern auch gar nicht so ausgeprägt, wie im Nachhinein immer behauptet wird. Zumindest aber deuten diese neuen Fakten daraufhin, schon seit Jahren ihre Finanzen nicht mehr unter Kontrolle hat. Und auch von den Anteilseignern Berlin und Brandenburg wurde diese Problemlage offensichtlich nicht erkannt.“

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