Der Untersuchungsausschuss hat heute Herrn Olaf Nozon, Teilbereichsleiter für die technische Gebäudeausstattung im BER-Terminal, intensiv befragt.

Zu den Ergebnissen der Befragung sagt Martin Delius:

„Herr Nozon hat bestätigt, dass zwischen Weihnachten 2011 und Januar 2012 deutlich geworden ist, dass die vollautomatische Brandschutzanlage weder technisch pünktlich fertig gestellt hätte werden können noch genehmigungsfähig geworden wäre. Im März 2012 hat dann das zuständige Bauaufsichtsamt mehrfach gegenüber der Flughafengesellschaft klargestellt, dass auch die halbautomatische „Mensch-Maschine-Lösung“ nicht genehmigungsfähig sei.

Norzon bekräftigte frühere Aussagen, wonach die Planungsleistungen durch pg bbi nicht in der Form erbracht wurden, wie sie hätten erbracht werden sollen. Die mangelhafte Arbeit der pg bbi sei jedoch nicht alleine durch die ständigen Änderungswünsche der Flughafengesellschaft als Bauherrin erklärbar. Die Bauüberwachnung, also die Überwachung der Umsetzung der geplanten Leistungen, lag ebenfalls in den Händen der pg bbi. Die Planer kontrollierten sich also selbst. Dies war laut Nozon bis zur Beauftragung von Horst Amann der Fall. Dieser unhaltbare Zustand hatte großen Anteil am BER-Desaster

Die Kündigung der Planungsgemeinschaft pg bbi im Sommer 2012 war laut Nozon ein Fehler, der das Projekt weiter verzögerte. Diese Aussage widerspricht der Behauptung des Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit, der diese Entscheidung nach wie vor als richtig verteidigt. Wir sehen uns daher in unserer Auffassung  bestätigt, dass durch diese vorschnelle Maßnahme das gesamte BER-Krisenmanagement in eine falsche Richtung gelenkt wurde. Der Regierende Bürgermeister hat diesen Umstand auch persönlich zu verantworten. Darauf weisen wir seit mittlerweile anderthalb Jahren immer wieder hin.“

 

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