Der Untersuchungsausschuss vernahm heute mit Herrn Hans-Joachim Paap einen der Architekten aus dem Büro gmp. gmp war Teil der Planungsgemeinschaft bbi.

Hierzu sagt Martin Delius:

„Durch die heutige Aussage von Herrn Paap wurde die Geschäftsführerebene der Flughafengesellschaft schwer belastet. So seien die durch die Flughafengesellschaft in Auftrag gegebenen Umplanungen ab 2011 wesentlich mitverantwortlich für die Probleme mit der gesamten  Entrauchungsanlage. Durch die Umplanungen müsse nun ein viel größeres Volumen an Rauch abgesaugt werden, als ursprünglich geplant. Die Vorgaben der Flughafengesellschaft hätten in einem weit größeren Ausmaß stattgefunden, als bislang öffentlich diskutiert.

Für Kritik seitens der pg bbi sei die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft nicht ansprechbar gewesen, Warnungen der pg bbi seien nicht berücksichtigt worden. Die Leistung des Projektsteuerers WSP CBP wurden vom Zeugen ebenfalls in Frage gestellt. So sei es beispielsweise zu Änderungen in Statusberichten gekommen, bei denen durch die Projektsteuerung vormals von der pg bbi auf rot gesetzte Pfeile zu gelben Ampeln umgewandelt wurden.

Weiterhin ergab sich aus der Aussage Paaps, dass die Probleme mit der Brandschutzanlage nicht die einzigen Probleme des Flughafenbaus waren und sind. Laut Paap hätte der Flughafen auch mit einer funktionierenden Brandschutzanlage zum 3. Juni 2012 nicht in Betrieb gehen können. Um das Projekt BER scheint es weitaus schlimmer zu stehen, als Flughafengesellschaft und Senat zugeben wollen.

Die neuerlichen Widersprüche zwischen Planern und Flughafengesellschaft werfen ein sehr schlechtes Bild auf das Projekt. Dass beide Parteien die gerichtliche Lösung suchen, ist nachvollziehbar. Die sprichwörtliche Unschuld der Flughafengesellschaft an der Verschiebung, die aus den Zeugenaussagen von Herrn Korkhaus und Herrn Nozon zu lesen war, ist nicht mehr nachvollziehbar.“

Was denkst du?

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.