Am Weltwassertag wird an die besondere Bedeutung der natürlichen Ressource Wasser erinnert, und an einen besonders sorgfältigen Umgang zum Schutz dieses Lebensmittels Nr. 1 für Mensch, Tier und Natur appelliert. Weltweit müssen tatsächlich verstärkt Maßnahmen ergriffen werden um dafür Sorge zu tragen, dass die Verfügbarkeit wie auch die Qualität des Wasser heute wie in Zukunft gesichert ist.

In Berlin haben wir diesbezüglich zum Glück bislang wenig zu meckern. Die Trinkwasserqualität ist hoch, ein enormer Gewässerreichtum macht Berlin zu einer teils sehr grünen und lebenswerten Großstadt. Eine ökologisch ausgerichtete Wasserwirtschaft ist daher wichtig, um Naturräume und Qualitäten zu sichern.

Doch nicht alles ist „im Fluss“: Nicht nur, dass man eher nicht in der Spree baden sollte. Steigende Grundwasserstände in Teilen der Stadt, bedingt durch einen stetigen Rückgang des Wasserverbrauchs in den letzten 20 Jahren, sind bereits jetzt ein Problem für private wie öffentliche Gebäude. Das wurde am vergangenen Mittwoch auf der „Berliner Grundwasserkonferenz“ deutlich gemacht und dabei zu Recht dem Senat Untätigkeit vorgeworfen. Mindestens der Dialog über mögliche Konzepte und Maßnahmen muss jetzt schleunigst wieder in Gang gebracht werden.

Und auch die Infrastruktur der Berliner Wasserbetriebe (BWB) muss verstärkt unter die Lupe genommen werden: Vor allem beim umfangreichen Rohr- und Kanalnetz gibt es einen hohen Investitionsstau, wodurch eine zunehmende Schädigung der Substanz zu befürchten ist. Mehr Investitionen in die Nachhaltigkeit der Systeme und ein transparentes öffentliches Investitionsmonitoring könnten Abhilfe schaffen.

Dazu müssten aber auch die Wasserbetriebe selbst zunächst neu aufgestellt werden, wozu nun nach der Rekommunalisierung längst die Möglichkeit besteht. Der Senat macht aber momentan noch so weiter wie zu teilprivatisierten Zeiten. Nicht nur über die Gewinnabführungen der Wasserbetriebe an den Landeshaushalt muss gestritten werden.

Eine Demokratisierung der Berliner Wasserbetriebe (BWB) ist überfällig.

Gemeinsam mit den anderen Fraktionen haben wir für die nächste Zeit Besprechungspunkte zum Thema Wasser in den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt eingebracht. Diese lauten: „Nächste Schritte für einen Spreeuferweg in Berlin“, „Ein gemeinsames Nutzungskonzept für die Spree“ und „Strategien für Regenwassermanagement beim Neubau und Bestand“ mit dem Ziel, eine Entlastung der Oberflächengewässer durch Vermeidung der Zuführung schädlicher Abwässer im Rahmen der Modernisierung der Entwässerungssysteme zu gewährleisten.

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