Der Wissenschaftsausschuss hat heute eine Anhörung über die Kooperation zwischen dem Max-Delbrück-Centrum und der Charité im Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) durchgeführt. Das Gutachten über diese besondere Kooperation als Grundlage der Diskussion im Ausschuss war allerdings den Mitgliedern des Ausschusses nicht zugänglich.

Dazu sagt Martin Delius, wissenschaftspolitischer Sprecher der Piraten:

„Es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum ein so teures und wichtiges Forschungsinstitut im Geheimen begutachtet werden muss. Für das BIG werden bis 2018 252 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt und 24 Millionen Euro aus dem Berliner Haushalt ausgegeben, ohne dass die Parlamentarierinnen und Parlamentarier Einsicht in die Gutachten für das Projekt nehmen können. Für eine noch ausstehende gesetzliche Regelung fehlt schlicht eine ausreichende Entscheidungsgrundlage. Ich habe daher eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz an den Senat gestellt, um das Gutachten zu erhalten.
Die Anzuhörenden konnten dennoch einige Punkte klarstellen: Wir wissen nun endlich, dass das BIG auf einen eigenen Standort hinarbeitet. Wie sich das auf die Strahlkraft und Wirkung der Charité und des Max-Delbrück-Centrums auswirkt, müssen wir kritisch begleiten. Das Projekt BIG ist für die Piraten außerdem ein Startschuss in Richtung einer unabhängigeren Kooperation zwischen einzelnen Ländern und dem Bund in der Frage der Wissenschaftsförderung. Für Berlin ist das BIG eine große Chance, gerade für offene Wissenschaft und freien Zugang zu Forschungsergebnissen. Das Parlament muss genau aus diesem Grund stärker in die Kooperation eingebunden werden. Das BIG darf nicht als Leuchtturmprojekt der großen Koalition marginalisiert werden.“

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