Heute eröffnet der 15. Kinder- und Jugendhilfetag auf dem Messegelände in Berlin. Vom 3. bis 5 Juni präsentieren sich 300 Aussteller*innen. Darunter die Senatsverwaltung für Jugend, die Bezirksämter und zahlreiche Berliner Vereine und Verbände. In über 200 Fachveranstaltungen wird über die Arbeit der Jugendämter, der Kinder- und Jugendzentren und über die analoge und digitale Beteiligung junger Menschen diskutiert.

Dazu sagt Susanne Grafkinder- und jugendpolitische Sprecherin der PIRATEN:

„Der Kinder- und Jugendhilfetag ist eine guter Anlass, den Blick auf die notwendige Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in Berlin zu lenken. Bei repräsentativen Veranstaltungen werden neue Ansätze, wie e-Partizipation, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen mittels digitaler Medien oder die Einbindung von Social Media in die Kinder- und Jugendhilfe regelmäßig diskutiert. In der Praxis aber ignoriert der Senat die neuen digitalen Möglichkeiten, die sich einer wirkungsvollen Jugendhilfe bieten. Beispielsweise hat die Piratenfraktion bereits vor zwei Jahren darauf hingewiesen, dass die bestehende Kinderschutz-Hotline mindestens um eine E-Mail-Beratung ergänzt werden muss. Abgesehen von Versprechungen ist bisher nichts passiert.

Anfragen der Opposition zum Kinderschutz werden vom Senat grundsätzlich mit dem Hinweis auf ein vor drei Jahren entworfenes Musterjugendamt umgangen. Dass dieses Konzept von den Bezirken abgelehnt und längst überholt ist, spielt keine Rolle. Es geht offenbar nur darum, den Schwarzen Peter zwischen Bezirken und Senat hin- und her zu spielen. Die brisanten Herausforderungen – steigende Kinderschutzfälle, überlastete Sozialarbeiter*innen und wachsende Aufgaben der Jugendämter – werden kaum angefasst. Im Gegenteil, die Situation wird sogar verschlimmert: Seit Jahren fordert der Senat die Bezirke auf, Personal abzubauen. So bleiben viele Kinderschutzfälle liegen, kollegiale Beratungen oder Fortbildungen finden kaum noch statt. Das ist hochgradig verantwortungslos.

Wir forden den Senat auf, den Kinder- und Jugendhilfetag als Kehrtwende aus dem Stillstand zu nutzen.“

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