Nach den Korruptionsvorwürfen gegen den ehemaligen BER-Technikchef, Jochen Großmann, setzte die Flughafengesellschaft eine Taskforce ein, die die Vorwürfe gegen Großmann genauer untersuchen soll. Die Frage, ob die Taskforce konkrete Schwachstellen in der Organisation der Flughafengesellschaft ausgemacht hat, konnte deren Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Wowereit bislang nicht beantworten.

Hierzu sagt Martin Delius, Vorsitzender des Untersuchungsausschusses BER:

„Dass es bei großen Bauvorhaben zu Korruptionsfällen kommen kann, ist ein altbekanntes Phänomen. Deshalb ist es höchst verwunderlich, dass die Flughafengesellschaft angeblich erst in Folge der ans Tageslicht gekommenen Vorwürfe gegen Jochen Großmann ihr Compliance-Programm verstärkt hat. Laut Geschäftsberichten der Flughafengesellschaft besteht diese Compliance-Abteilung in der heutigen Struktur schon seit 2013. Offensichtlich war diese von Hartmut Mehdorn vorgenommene Restrukturierung der Flughafengesellschaft wenig erfolgreich. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass Herr Wowereit die Frage nach aufgedeckten Schwachstellen nicht beantworten will. Ob möglicher Korruption am BER mit der Schaffung einer einzelnen zusätzlichen Stelle wirksam begegnet werden kann, bezweifle ich.

Nach allem, was wir über die Auftragsvergabe und -controllingstruktur beim Projekt BER wissen, wird durch die Undurchsichtigkeit des Unternehmens kriminelles Geschäftsgebaren erleichtert und nicht erschwert. Es ist ein Hohn, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende hier von Ohnmacht gegenüber krimineller Energie spricht. Dort, wo erst Whistleblower gebraucht werden, um Fehlverhalten aufzudecken, gibt es eben keine vernünftige Prävention und Kontrolle.

Link: Schriftliche Anfrage Drucksache 17/14213

 

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