Ursprung

Die derzeitigen Sprachstandsfeststellungen und Sprachfördermaßnahmen können aufgrund ihrer mangelnden Differenziertheit, d.h. ihrer fehlenden Berücksichtigung der Lernausgangslagen heterogener Lernendengruppen und aufgrund ihrer teilweise fehlenden wissenschaft- lichen Grundlagen, die notwendige Qualitität nicht vorweisen. Gemäß § 55 SchulG sind alle Berliner Kinder, die im übernächsten Schuljahr regelmäßig schulpflichtig werden, verpflichtet, an einem standardisierten Sprachstandsfeststellungsverfahren teilzunehmen. Wenn diese einen Sprachförderbedarf aufweisen, werden sie verpflichtet, für die Dauer von 18 Monaten im Umfang von 25 Stunden pro Woche an einer Sprachförderung teilzunehmen, die in der Regel in einer Kita durchgeführt wird. Abgesehen von diesem rechtlich zweifelhaften Eingriff in die Erziehungshoheit der Eltern über ihre noch nicht schulpflichtigen Kinder bleibt die Wirksamkeit der vorschulischen Sprachförderung fraglich.

Erziehungsberechtigte, Kinder und Jugendliche müssen Gewissheit über den Stand des Sprachförderbedarfs haben, sie müssen wissen, welche Schwächen existieren und woran noch gearbeitet werden muss. Erfolge müssen wertgeschätzt werden, um zu motivieren, weiter zu üben. Alles in allem zeigt sich, dass die Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung in Berlin einer gründlichen, systematischen und umfänglichen Überarbeitung bedarf.

Inhalt

Zur Erarbeitung einer qualitativ hochwertigen und institutionsübergreifenden Sprachförderung im Land Berlin fordern wir mit unserem Antrag den Senat auf, eine wissenschaftliche Evaluation zu beauftragen, die alle Einzelmaßnahmen zur Sprachstandsfeststellung und zur Sprachförderung im vorschulischen und schulischen Bereich hinsichtlich der Kriterien:  Wissenschaftlichkeit, Kontinuität, Wirksamkeit und Differenziertheit prüft. Dem Abgeordnetenhaus ist über die Konzeption der Evaluation zu berichten. Aus den Ergebnissen sollen Handlungsempfehlungen für eine umfassende und kontinuierlich wirkende Sprachförderung im Land Berlin erarbeitet werden, die den individuellen Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen in einer mehrsprachigen Metropole gerecht wird.

Parlament

Der Antrag wird am 18.09.2014 in der Plenarsitzung behandelt, der bildungspolitische Sprecher der Piratenfraktion, Martin Delius, wird den Antrag begründen.

Der Antrag wird in den Ausschuss für Bildung, Jugend und Familie überwiesen, mit der Aufgabe, eine Beschlussempfehlung zum Antrag zu beschließen, bevor er ein zweites Mal im Plenum behandelt und abgestimmt wird.

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