Bereits von 2006 bis 2009 hat der Senat in drei Berliner Jobcentern ein Modellprojekt zur interkulturellen Öffnung durchgeführt. Dieses sollte im Anschluss auf alle Berliner Jobcenter ausgeweitet werden. Doch das ist bis heute nicht geschehen. Stattdessen hat der Senat im Jahr 2013 ein neues Projekt zur interkulturellen Öffnung der Jobcenter gestartet. Senat und Regionaldirektion gaben dazu heute im Ausschuss für Arbeit, Integration und Frauen einen Überblick über ihre Aktivitäten.

Dazu sagt Alexander Spies, arbeitspolitischer Sprecher der Piratenfraktion:

„Der Senat hat bei der interkulturellen Öffnung der Jobcenter wertvolle Zeit vergeudet. Berlin erlebt seit einigen Jahren einen neuen Zuwanderungsprozess, der unsere Stadt vielfältiger und bunter macht. Doch die Berliner Jobcenter sind darauf nur unzureichend vorbereitet. Der 2013 neu gestartete Prozess zur interkulturellen Öffnung befindet sich immer noch in der Planungsphase. Vor Ort in den Jobcentern ist er noch nicht angekommen. Die Erfahrungswerte aus dem ersten Modellversuch hätte man schon viel früher flächendeckend umsetzen können. Das sind verlorene Jahre, vor allem für die Menschen mit Migrationshintergrund.

In den Jobcentern werden diese häufig benachteiligt und schlecht beraten. Mangelnde Fremdsprachenkenntnisse in der Behörde und unverständliche Bescheide sind dafür nur ein Beleg. Auch die umstrittenen Callcenter der Jobcenter werden in den Prozess bisher überhaupt nicht miteinbezogen. Dabei sind sie häufig die ersten Absprechpartner bei existenziellen Problemen für die Leistungsbezieher*innen.

Interkulturelle Kompetenz ist für viele Mitarbeiter*innen im Jobcenter immer noch ein Fremdwort. Um diesen Zustand zu beenden, fordern wir den Senat auf, den wohlklingenden Worten schnellstmöglich konkrete Handlungen folgen zu lassen.“

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