Heute fand auf Antrag der Piratenfraktion im Ausschuss für Bildung, Jugend und Familie eine Anhörung zur Situation der Regenbogenfamilien in Berlin statt. Der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands berichte über Erfahrungen, Probleme und Wünsche von gleichgeschlechtlichen Paaren bei der Sorge und Pflege ihrer Kinder. Im Zentrum der Diskussion standen die Förderung des Regenbogenfamilienzentrums in der Cheruskerstr. 22 in Berlin-Schöneberg und die Schwierigkeiten der Betroffenen mit den Institutionen in Berlin.

Dazu Simon Kowalewski, Mitglied der Piratenfraktion:

„Es ist schade, dass die Situation und die Zukunft der Regenbogenfamilien in Berlin so selten im zuständigen Ausschuss beraten wird. Die heutige Anhörung hat gezeigt, dass es genug Anlässe gibt, gleichgeschlechtliche Paare und ihre Kinder und Kinderwünsche nicht zu vergessen: Es gibt bisher nur ein einziges Regenbogenfamilienzentrum für ganz Deutschland. Betroffene Familien nehmen mit ihren Kindern weite Strecken auf sich, um die Angebote und Hilfen anzunehmen. Trotz des Erfolgs ist die Finanzierung nicht gesichert. Planungssicherheit kann so nicht entstehen.

Ungeachtet vielfältiger Anstrengungen und Kämpfe um Gleichstellung und Akzeptanz in den letzten Jahrzehnten, trotz des 2001 in Kraft getretenen Lebenspartnerschaftsgesetzes, grassieren weiterhin unsichere Zustände und Berührungsängste. Formulare werden z.B. bis heute nicht geschlechterneutral formuliert. Mitarbeiter*innen in den Kitas und in den Behörden haben wenig bis keine Erfahrungen mit den Bedarfen von Regenbogenfamilien und wirken auf die Betroffenen oft überfordert und ratlos. Grund sind vor allem fehlende Fortbildungsangebote, die wegen des Personalmangels in den Jugendämtern nicht oder je nach Bezirk auch kaum wahrgenommen werden können.
Seit Jahren fordert die Piratenfraktion den Senat auf, den Personalabbau in den Jugendämtern zu beenden. Statt weniger braucht es mehr Mitarbeiter*innen in der Jugend- und Familienhilfe. Nur so werden Freiräume geschaffen, Fortbildungsangebote zur Sensiblisierung und Aufklärung über die Probleme, Sorgen und Nöte von gleichgeschlechtlichen Familien wahrzunehmen.

Die Piratenfraktion wird anregen, eine umfassende und aktuelle Studie zur Situation der Regenbogenfamilien in Auftrag zu geben, in der auch die finanziellen und personellen Bedarfe von Regenbogenfamilienzentren untersucht werden sollen.“

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