Der BER-Untersuchungsausschuss vernahm heute den ehemaligen Technischen  Geschäftsführer der Flughafengesellschaft (2004-2008) Thomas Weyer. Dieser war unter anderem für die Finanzierungsplanung des Projekts BBI/BER verantwortlich.

Hierzu sagt Martin Delius, Vorsitzender des Untersuchungsausschusses BER:

„In seiner Aussage machte Herr Weyer deutlich, dass die heute geplanten Flugrouten nicht in die ursprünglichen Berechnungen eingingen. Die Aufwendungen für Schallschutzmaßnahmen für die Anwohner*innen wurden auf Basis gerade verlaufender Flugrouten berechnet, obwohl die Deutsche Flugsicherung schon damals  darauf hingewiesen hatte, dass durchaus auch abknickende Routen in Frage kämen. Dies hat der  Untersuchungsausschuss bereits nachgewiesen. Der aktuelle finanzielle Mehbedarf der Flughafengesellschaft für die Schallschutzmaßnahmen hätte bereits zu Beginn des Projekts eingerechnet werden müssen. Geschäftsführung und Aufsichtsrat haben die Öffentlichkeit bewusst im Unklaren gelassen.

Herr Weyer kritisierte den Aufsichtsrat und  dessen Vorsitzenden Klaus Wowereit an mehreren Stellen seiner Aussage. So hätte die Entscheidung, Manfred Körtgen als Technischen Geschäftsführer ab 2008 zu bestellen, von ihm nicht nachvollzogen werden können. Körtgen wäre aus Sicht von Weyer nicht für den Posten eines Geschäftsführers geeignet gewesen.  Auch die Entscheidung, das Terminal entgegen der ursprünglichen Planung  mit einer A380-Brücke auszustatten, sei eine Entscheidung des Aufsichtsrats und seines Vorsitzenden gewesen. Man habe einen „Weltflughafen“ errichten wollen, obwohl aus Sicht der  Geschäftsführung gar kein Bedarf für eine A380-Brücke bestanden habe.

Der Zeuge kritisierte weiterhin die Arbeit des Projektsteuerers WSP CBP.  Diese sei von Beginn an nicht optimal gewesen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum die Flughafengesellschaft und ihr Aufsichtsrat auch heute, nach mehreren Verschiebungen der  Inbetriebnahme, immer noch an WSP CBP festhalten.

Warum der dringend notwendige Contruction Manager Drees & Sommer nach dem Weggang von Herrn Weyer entlassen wurde, konnte auch der Zeuge nicht erklären. Herr Weyer bezeichnete die Arbeit von Drees & Sommer als ’sehr ehrlich‘. Der Wegfall eines zentralen Construction Managaments ist eines der Hauptprobleme und Gründe für das Desaster am BER.“

Ein Kommentar

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    Es wird endlich Zeit, mit dem Bau eines Flughafens auf einen neuen geeigneten Ort Sorge zu tragen.

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