Der Tag des weißen Stockes am 15. Oktober soll weltweit auf die Situation blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam machen. Auch in Berlin gibt es noch viel zu tun. Die Piratenfraktion bringt auf der Plenarsitzung am kommenden Donnerstag einen Antrag zur Einführung von „sprechenden“ Bussen und Straßenbahnen ein. Diese gibt es bereits in verschiedenen deutschen Städten wie Kassel, Hannover, Schwerin und München.

Dazu sagt Andreas Baum, verkehrspolitischer Sprecher der Piratenfraktion:

„Stellen Sie sich vor, Sie sind blind und wollen alleine Bus fahren. Hier helfen Ihnen sogenannte ‚sprechende Busse und Straßenbahnen‘. Durch die Außenanlage wird Ihnen zugerufen, dass jetzt die Tram M2 Richtung Alexanderplatz einfährt, diese Straßenbahn aber aufgrund einer Demo nur bis zur Knaackstraße fährt. Wissend und mit der Sicherheit an das richtige Fahrtziel zu gelangen, steigen Sie ein. Sie haben alle Informationen, die sie brauchen.

Der Haken an der Sache ist: ‚Sprechende‘ Straßenbahnen oder Busse gibt es in verschiedenen deutschen Städten – nur in Berlin sind sie immer noch ein Traum für viele Berliner*innen. Die Hauptstadt wurde 2013 von der Europäischen Kommission mit der Auszeichnung ‚Barrierefreie Stadt‘ gewürdigt. Um diesem Titel weiterhin gerecht zu werden, muss die selbstständige Nutzung der Straßenbahnen und Busse auch für sehbehinderte Menschen sichergestellt werden.

Die Piratenfraktion fordert daher ein Pilotprojekt für ‚sprechende‘ Busse und Straßenbahnen. Gemäß dem Motto der UN-Behindertenrechtskonvention sind die Behindertenverbände und der Landesbehindertenbeirat bei der Umsetzung des Projekts einzubeziehen. Übrigens profitieren auch Menschen, die nicht lesen können, von Außenansagen.“
Antrag:
Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Fahrgäste erhöhen durch ‚sprechende‘ Busse und Straßenbahnen“

Ein Kommentar

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