Der Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des BER-Debakels vernahm in seiner heutigen Sitzung den ehemaigen Technischen Geschäftsführer Manfred Körtgen. Herr Körtgen hatte diese Funktion von 2008 bis 2012 inne.

Hierzu sagt Martin Delius, Vorsitzender des Untersuchungsausschusses BER:

„Herr Körtgen behauptete in seiner Aussage, dass er persönlich keine Änderungen oder Abschwächungen an Controllingberichten angewiesen habe, bevor diese in einer Endfassung an den Aufsichtsrat gegangen seien. Diese Aussage wiederholte er auch auf mehrfache Nachfrage meinerseits. Dem Untersuchungsausschuss liegen allerdings Unterlagen vor, die dieser Aussage klar widersprechen.

Am 15. März 2012 hatte McKinsey ein Schreiben an die Flughafengesellschaft gesandt, in dem festgehalten ist, dass eine Inbetriebnahme am 3. Juni 2012 nicht mehr sicherzustellen sei. Hierzu hat auch ein Gespräch beim Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit stattgefunden, an dem neben Wowereit und Körtgen auch der damalige Flughafenchef Rainer Schwarz teilnahm. Herr Wowereit war demnach offensichtlich schon seit März 2012 darüber informiert, dass eine Inbetriebnahme des BER am seidenen Faden hing. Dennoch wurde die Öffentlichkeit erst im Mai 2012 über die Nichteinhaltung des Eröffnungstermins informiert.

Ähnlich wie zuvor andere Zeugen äußerte Herr Körtgen sich kritisch zur Leistung des Projektsteurerers WSP CBP. Bei diesem habe es sich um den ‚Dreh- und Angelpunkt‘ des gesamten Projekts gehandelt, dennoch sei er persönlich mit dessen Leistung nicht immer zufrieden gewesen. Mittlerweile häufen sich die Hinweise, dass WSP CBP eine Schlüsselrolle beim Scheitern des Projekts BER zukommt. Vor diesem Hintergrund halte ich es für äußerst fragwürdig, dass auch der 2013 eingesetzte Flughafenchef Hartmut Mehdorn nach wie vor auf diesen Projektsteuerer vertraut.“

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