Im Ausschuss Wissenschaft wurde heute die Situation der Lehrbeauftragten an Berliner Hochschulen beraten. Dabei wurde deutlich, dass diese seit Jahren prekär beschäftigt werden: Sie haben keinen Schutz im Krankheitsfall und genießen keinen Mutterschutz. Ihre Bezahlung schwankt von 12 bis 60 Euro, im Durchschnitt werden 30 Euro brutto pro Stunde bezahlt. Lehrbeauftrage sind dabei als Selbstständige für Altersvorsorge und soziale Sicherung selbst verantwortlich. Hunderte von ihnen sind länger als vier Semester beschäftigt, ohne Aussicht auf eine Festanstellung.
Morgen findet der bundesweite Aktionstag der Lehrbeauftragten statt, an dem gegen unsichere Perspektiven und sinkende Honorare protestiert wird.

Hierzu sagt Martin Delius, wissenschaftspolitischer Sprecher der Piratenfraktion:

„Die Lehrbeauftragten an den Hochschulen leisten die gleiche hervorragende Arbeit wie ihre fest angestellten Kollegen, auf sie kann nicht mehr verzichtet werden. Sie werden aber nur für die Präsenz in der Lehre bezahlt, weitere Arbeitszeit ist damit nicht abgegolten. So kommen Lehrbeauftragte auf ein realistisches Entgelt von 10 Euro pro Stunde, was ihrer Qualifikation nicht entspricht und bei geringer Stundenanzahl viel zu wenig ist. Das ist nicht hinzunehmen. Der Grundsatz ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘ muss auch an den Hochschulen gelten.

Der Senat muss mit der GEW in Verhandlungen treten und dafür Sorge tragen, dass die Entgelte erhöht werden. Spätestens nach vier Semestern mus eine Lehrbeauftragung in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis überführt werden.“

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