Im Ausschuss für Bildung, Jugend und Familie gibt es heute eine Anhörung zur Sprachförderung von Kindern. Die Piratenfraktion fordert in einem Antrag, alle Sprachfördermaßnahmen wissenschaftlich evaluieren zu lassen. Zu prüfen ist vor allem, wie wirksam und anschlussfähig diese über die Jahre hinweg eigentlich sind. Auf Grundlage der Ergebnisse soll ein berlinweites Konzept für eine institutionsübergreifende Sprachförderung geschaffen werden.

Hierzu sagt Martin Delius, bildungspolitischer Sprecher der Piratenfraktion:

„Obwohl sie drei bis vier Jahre eine Kita besucht haben, weisen 53 Prozent der Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund kurz vor der Einschulung Sprachdefizite auf. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Berliner Bildungsbericht. Das sind 53 Prozent zu viel. Die zuständige Senatorin muss sich deshalb die Frage gefallen lassen, ob die in den letzten Jahren eingeführten Maßnahmen zur Sprachförderung wirklich sinnvoll waren. Auch die Sprachstandsverfahren gehören auf den Prüfstand: Studien bescheinigen, dass diese qualitativ mangelhaft sind. So wird bspw. gar nicht abgefragt, wie viele Kinder ohne Migrationshintergrund Sprachprobleme haben.

Dieses Chaos in der Sprachförderung muss endlich beendet werden. Berlin kann es sich nicht leisten, dass Kinder kurz vor der Einschulung nicht richtig sprechen können. Der Senat ist in der Pflicht dafür sorgen, dass jedes Kind von Anfang an die Möglichkeit auf entsprechende Betreuung und Unterstützung hat. Dabei müssen auch die unterschiedlichen Lerntempi der Kinder sowie ihre Zweit- und Mehrsprachigkeit berücksichtigt werden und die unterschiedlichen Maßnahmen ineinander greifen. Mit unserem Antrag schaffen wir die Grundlage, ein berlinweites Konzept für qualitativ hochwertige Sprachförderung von der Kita bis in die Schule zu ermöglichen.“

Antrag der Piratenfraktion:
Schluss mit dem Flickenteppich – Sprachförderung in Kita und Schule auf den Prüfstand

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