In einer aktuellen Erhebung des Senats wurde festgestellt, dass eine Reihe von Sorgeberechtigten die vereinbarte Betreuungszeit in Kitas nicht vollständig in Anspruch nehmen. So besuchten im Juli diesen Jahres einige Kinder tagelang keine Kita, weil sie bspw. krank oder im Urlaub waren. Der scheidende Finanzsenator Nußbaum lässt nun über die Presse verlautbaren, dass Kitas aufgrund dessen mehr Kinder aufnehmen könnten.
Nach Aussagen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft fehlen bis 2016 aber mindestens 500 bis 800 Fachkräfte in den Berliner Kitas, laut Pressemeldungen fehlen aktuell 1.000 Erzieher*innen. Befragt nach der Attraktivitätssteigerung des Erzieher*innenberufs, sieht der Senat die Kitaträger in der Verantwortung.

Dazu sagt Susanne Graf, familienpolitische Sprecherin der Piratenfraktion:

„Herr Nußbaum verkennt völlig die Realität der Kinderbetreuung in Berliner Tagesstätten und redet Unsinn. Erhebungen zur Nutzung der Betreuungszeit zur Urlaubszeit durchzuführen und aus diesen heraus Forderungen für weitere Monate zu stellen, ist nicht nur unwissenschaftlich, sondern auch rücksichtslos gegenüber der berechtigten Erhohlung und Genesung der Kinder. Jetzt die Kitas aufzufordern, dass sie mehr Kinder aufnehmen sollen, ist völlig unakzeptabel. Dies würde eine noch höhere Belastung für die ohnehin schon zu wenigen Fachkräfte bedeuten.

Statt Fachkräfte in Kitas weiter zu belasten, fordert die Piratenfraktion den Senat auf, die Attraktivität des Erzieher*innenberufs zu erhöhen. Dazu gehört vor allem eine Erhöhung der Gehälter zum Berufseinstieg sowie ein Gesundheitskonzept für ältere Fachkräfte. So könnte der Fachkräftemangel zukünftig abgebaut werden. Dabei darf der Senat die Träger nicht allein lassen.“

Schriftliche Anfrage: „Fachkräftegewinnung in Berliner Kindertagesstätten“

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