06.02.2015

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg spricht sich für den Fortbestand der Mischwasserspeicheranlage „Spree2011“ am Osthafen auch nach dem Ende der Pilotphase im März aus. Zudem sollen Info-Tafeln das Projekt begleiten.

Dazu sagt Philipp Magalski, Sprecher der Piratenfraktion für Umwelt, Natur- und Tierschutz:

„Die deutlich veränderte Haltung des Bezirks gegenüber ‚Spree201‘ ist erfreulich. Die ‚erheblichen Bedenken‘ gegen den Weiterbetrieb, von denen in der Antwort auf meine Schriftliche Anfrage zu der Anlage noch die Rede war, waren von Beginn an nicht nachvollziehbar. Inzwischen gibt es einen Antrag auf Verlängerung der Genehmigung, dem das Bezirksamt, so ließ Bezirksstadtrat Hans Panhoff verlauten, zustimmen wird.“

Die Anlage im Berliner Osthafen zwischen Oberbaum- und Elsenbrücke wurde von der LURI.watersystems.GmbH anhand von Richtlinien und Vorgaben der Berliner Wasserbetriebe (BWB) entwickelt und gebaut. Zudem wurde das Projekt von der TU Berlin forschend begleitet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte das Projekt bislang mit insgesamt 2 Mio. Euro.

Das Prinzip der Anlage: Am Ufer der Spree sind im Wasser mehrere Tanks verborgen und an ein Überlaufrohr der innerstädtischen Mischwasserkanalisation angeschlossen, an der Wasseroberfläche ist eine begehbare Plattform installiert. Bei sogenannten Starkregenereignissen wird Mischwasser (ungeklärtes Abwasser plus Regenwasser) in den Tanks zwischengespeichert, anstatt die dreckige Brühe in die Spree laufen zu lassen. Ist nach dem Starkregen die Mischkanalisation nicht mehr überlastet, wird das gespeicherte Abwasser in die Kanalisation zurückgepumpt und schließlich an ein Klärwerk weitergeleitet. Von April 2013 bis Ende 2014 wurden so ca. 15.000 m³ verunreinigtes Mischwasser aufgefangen, die sonst ungeklärt in die Spree geflossen wären.

Philipp Magalski: „Für die Vision einer zukünftig sauberen Spree mit Badequalität ist diese Anlage bislang ein kleiner Schritt. Es gibt zahlreiche Überlaufrohre in der Innenstadt, die die Gewässer – nicht nur die Spree – bei Starkregen mit dreckigem und umweltschädlichem Wasser belasten. Neben notwendigen Anstrengungen seitens der BWB sollten auch innovative Projekte wie das im Osthafen viel stärker gewürdigt werden als zuletzt. Es sollte geprüft werden, inwiefern weitere Anlagen dieses Typs im Stadtgebiet installiert werden können, um so die Reinigung des Spreewassers zu befördern.“

Link zur Anfrage:  http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/17/SchrAnfr/s17-15025.pdf

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