09.04.2015

Eine Schriftliche Anfrage der Piratenfraktion hat ergeben, dass das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) immer mehr Flüchtlinge in Hostels anstatt in Flüchtlingsunterkünften unterbringt. In den ersten beiden Monaten diesen Jahres gab das LAGeSo ca. 1,2 (Januar) bzw. ca. 1,8 (Februar) Millionen Euro für Hostelgutscheine aus. Ende des Jahres 2013 waren es noch lediglich ca. 190.000 Euro (November) bzw. 150.000 Euro (Dezember).

Hierzu sagt Fabio Reinhardt, Flüchtlingspolitischer Sprecher der Piratenfraktion:

„Die Unterbringung von Flüchtlingen in Hostels kann nur eine Notlösung sein. Die Hostels sind oft nicht mehr als Schrottimmobilien, in denen die Zimmer verwohnt und die sanitären Anlagen mangelhaft sind. Es besteht dort keine Möglichkeit selbst zu kochen und private Rückzugsräume sind noch seltener als in den regulären Unterkünften geboten. Wir erhalten zudem immer wieder Berichte, dass Hostels gnadenlos überbelegt werden.

Der explosionsartige Anstieg bei der Nutzung von Hostels ist Ausdruck für das Versagen Berlins bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Die seit Jahren anhaltende Untätigkeit und die Realitätsverweigerung unter Sozialsenator Czaja haben nun dazu geführt, dass nicht mal ansatzweise genug reguläre Unterkünfte zur Verfügung stehen. So muss auf Hostels ausgewichen werden, die bis heute so gut wie nicht auf die Einhaltung von Mindeststandards kontrolliert werden. Ob der Ankündigung des Senats, zukünftig verstärkt Kontrollen auch bei Hostels durchzuführen, jetzt auch Taten folgen, darf angesichts eines ohnehin schon völlig überforderten LAGeSo bezweifelt werden.

Der Senat muss endlich für mehr Wohnungen und Unterkünfte, die den Standards entsprechen, sorgen. Auch die Beschlagnahmung von gegeigneten leerstehenden Immobilien aus Bundesbesitz ist für uns nach wie vor eine Option.“

Link: 

Anfrage zur Flüchtlingsunterbringung in Hostels

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