In Berlin wurden im Jahr 2014 laut polizeilicher Kriminalstatistik 30.758 Fahrraddiebstähle erfasst. Die Piratenfraktion hat eine Schriftliche Anfrage gestellt, um mehr über die Hintergründe zu erfahren.
Die Antwort kommentiert Andreas Baum, verkehrspolitischer Sprecher der Piratenfraktion:

„Fahrraddiebstähle werden in Berlin offenbar immer noch als Bagatellen wahrgenommen. Dabei sind im vergangenen Jahr 16 Prozent mehr Fahrräder gestohlen worden als 2013. Der Senat nimmt das als Begleiterscheinung des zunehmenden Radverkehrs hin. Eine Strategie gegen Fahrraddiebstahl ist nicht erkennbar.
Alle, denen schon mal ein Fahrrad gestohlen wurde, wissen, dass die Chancen einer Aufklärung verschwindend gering sind – seit Jahren liegt die Aufklärungsquote bei lächerlichen 4 Prozent. Daran möchte der Senat offenbar auch weiterhin nichts ändern. Über andernorts erfolgreiche Ansätze, wie etwa Sonderermittlungsgruppen, wird in Berlin nicht einmal nachgedacht. Die Präventionsmaßnahmen, für die sich der Senat rühmt, sind mit Blick auf die Fallzahlen vollkommen unzureichend.
Auch gibt es gerade an Bahnhöfen oder in Stadtvierteln mit hohem Radverkehrsanteil zu wenig Abstellanlagen. Der Senat hat es völlig versäumt, den bereits seit 2011 angekündigten ‚Masterplan Fahrradparken‘ zu erarbeiten. Erst seit Februar wird ein Konzept dafür erstellt. Doch es kommt vor allem darauf an, die Bezirke auch finanziell besser zu unterstützen, damit diese mehr sichere Fahrradstellplätze errichten können.

Der Senat muss jetzt unter Einbeziehung der Bezirke eine übergreifende Strategie gegen Fahrraddiebstahl entwickeln, die insbesondere die erfolgreichen Beispiele aus anderen Städten und Ländern berücksichtigt.
Wir werden in den kommenden Haushaltsverhandlungen ausreichende Mittel zur Bekämpfung von Fahrraddiebstählen beantragen.“

Schriftliche Anfrage der Piratenfraktion:
„Verfolgt der Senat eine Strategie gegen Fahrraddiebstahl?“

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