12.05.2015

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft hat heute, vier Jahre zu spät, den Schulentwicklungsplan 2014–2018 vorgelegt. Bis 2022 sind ca. 468.000 Schüler*innen zu unterrichten. Das sind 12,2 Prozent mehr als im laufenden Schuljahr.

Dazu sagt Martin Delius, bildungspolitischer Sprecher der Piratenfraktion:

„Der vorgelegte Plan wird weder den Bedarfen der wachsenden Stadt noch den aktuellen Bedarfen an den Schulstandorten gerecht. Seit Jahren häufen sich die Probleme mit den Räumlichkeiten in der dynamischen Schullandschaft Berlins. Für neue Angebote ist kein Platz da, das Schulmittagessen soll am besten im Freien eingenommen werden und an Küchen vor Ort für eine frische Zubereitung des Essens ist gar nicht zu denken. Dazu kommen noch die vielen neuen Schülerinnen und Schüler, über die wir uns sehr freuen. Der Schulentwicklungsplan ist voll von großen Worten von der wachsenden Stadt. Er wird den neuen Bedarfen aber in keiner Weise gerecht.
Es scheint, als glaube die Senatorin nicht an die Fähigkeit der eigenen Verwaltung oder auch nur daran, dass die neuen Kinder und Jugendlichen länger in der Stadt bleiben. Statt vernünftig neue Schulstandorte nach modernen Maßstäben auf- und auszubauen, setzt sie auf modulare Ergänzungsbauten. Senatorin Scheeres möchte die neuen Familien offensichtlich mit unpraktischen und ungesunden Provisorien abspeisen. Angesichts der nahezu historischen Chance für den Schulstandort Berlin ist die Kleingeistigkeit des neuen SEP Frevel. Die Stadt hat bereits jetzt besondere Bedarfe, denen der aktuelle Bestand und die Pläne des Senats gleichermaßen nicht gerecht werden. Dazu gehört zum Beispiel die besondere pädagogische und soziologische Problematik der sogenannten Willkommensklassen. Die Gebäude und pädagogischen Konzepte müssten dringend an den anhaltenden Strom geflüchteter Kinder und Jugendlicher angepasst werden. Der Schulentwicklungsplan geht hierauf nicht ein.

Statt die Schülerinnen und Schüler in der wachsenden Metropole Berlin in Container billigster Sorte einzupferchen und damit die Gesundheit und den Lernerfolg nachhaltig zu gefährden, muss der Senat endlich die Investitionsbedarfe ernst nehmen und Schulen bauen, die den Namen auch verdienen. Die Stadt kann sich echte neue Schulen leisten. Der Senat muss nur wollen.“

Ein Kommentar

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    […] auf Erweiterungen von Schulbauten bis 2018 auf Modulbauten zu setzen. Ich habe bereits in meiner Pressemitteilung vom 12.05.2015 darauf hingewiesen, dass die Abspeisung der Schülerinnen und Schüler mit vermeintlichen […]

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