Für Eltern behinderter Kinder ist es eine Mammutaufgabe, sich im Dschungel der unterschiedlichen Beratung- und Leistungsangebote zurechtzufinden. Mit einer Online-Petition machen darauf aktuell auch Berliner Eltern behinderter Kinder aufmerksam.  Das Magazin RBB Klartext berichtete darüber.

Neben der Versorgung des betreuungsintensiven Kindes und der Arbeit, müssen viele Eltern weitere Aufgaben stemmen: Um Hilfe zu bekommen, müssen sie bei ganz unterschiedlichen Stellen die Hilfen auch beantragen. Da geht es meistens zu wie in einem bekannten Asterix-Comic. Um Hilfe X bei Behörde Z zu bekommen, brauchen die Eltern Formular Y bei Behörde W plus des Formulars V vom Arzt und der Unterlagen XY, die sie nach einem Besuch beim Jugendamt bekommen. Statt entlastender Hilfe, sind es eher zusätzliche bürokratischen Hürden, welche es ihnen erschweren sich um ihr behindertes Kind zu kümmern.

Die Piratenfraktion setzt sich nun mit einem Antrag dafür ein, dass den Eltern bei einer einzigen Stelle geholfen wird.
Wir fordern eine zentrale Fach- und Beratungsstelle in Berlin, die mit einem interdisziplinären Team besetzt ist und ein verlässliches und nachhaltiges Case-Management für betroffene Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und ihre Familien sicherstellt. Auch die unterschiedlichen Bereiche des Sozialleistungssystems mit medizinischen, pflegerischen, sozialen, pädagogischen und mitunter auch juristischen Kompetenzen müssen dabei abdeckt werden.

Dieses Anliegen wird von den Initiator*innen der Online-Petition „Endlich ein zentraler Lotsendienst für Familien mit versorgungs- oder betreuungsintensiven Kindern“ unterstützt.
Es ist zu hoffen, dass unser Antrag schnellstmöglich in das Plenum und in den Ausschuss für Gesundheit und Soziales kommt. Die Piratenfraktion setzt dabei auf die Unterstützung aller Fraktionen im Abgeordnetenhaus.

Antrag der Piratenfraktion: Eltern behinderter Kinder unterstützen. Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für bürokratische Fragen

Vorgang im Abgeordnetenhaus als Drucksache 17/2366

2 Kommentare

  1. 1

    Da habt Ihr eine sehr passende Beschreibung des Bürokratie-Zehnkampfes gefunden. Genau so ist es! Und bevor der Marathon richtig losgeht, müssen die Eltern ja erst einmal eine Ahnung haben, wie das „Ding“ heißt, das ihr Kind oder vielleicht auch sie oder die Familie benötigt. Leider können sie dafür nicht das Orakel befragen, sondern sind schon an diesem Punkt auf einen „Tippgeber“ angewiesen – ein einziges Lotteriespiel. Das muss sich unbedingt ändern, damit alle Eltern dieselbe qualitative Begleitung und Unterstützung erfahren.

  2. 2

    Es muss eine UNABHÄNGIGE Stelle sein, die anbietet, das FRAGEN zu lernen. Der zentrale Schlüssel für den Behördenzehnkampf ist das Wissen um die richtige FRAGE. Und eine solche Stelle sollte von dialogisch orientierten Menschen einladend geführt werden. Da es keine Generallösungen gibt, braucht es Zeit für einen respektvollen, geduldigen Umgang mit den Anfragenden. Momentan ist es wie am Spieltisch im Casino. Betroffene müssen mindestens so gut pokern müssen wie ihr Gegenüber. Und die Einsätze sind hoch. Oft haben die Familien weder die Nerven noch die Zeit, geschweige denn das Geld. Hätten alle Hilfe-, Zuschuss-, Förder-, Beratungs-, und Fürsorgeberechtigten bekommen, was ihnen zusteht, wären die Kassen weitaus belasteter als bisher. Also: seht zu, dass Ihr das auf den Weg bringt! Gute Idee. LG eine seit knapp 32 Jahren damit zugange

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