27.11. 2015
Der Untersuchungsausschuss zum Staatsopernskandal vernahm in seiner heutigen Sitzung den ehemaligen Leiter der Abteilung Grundsatzangelegenheiten der Kulturverwaltung, Wolfgang Abramowski, den damaligen Direktor der Staatsoper und heutigen Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin, Georg Vierthaler und den Projektleiter und heutigen Leiter der Hochbauabteilung in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Herrmann-Joseph Pohlmann.

Zur Vernehmung der Zeugen Abramowski und Vierthaler sagt Wolfram Prieß, Mitglied der Piratenfraktion im Untersuchungsausschuss:

„Der Zeuge Wolfrang Abramowski verwies trotz seiner wichtigen Rolle im Vorfeld der Planungen mehrfach auf seine großen Erinnerungslücken. Auch seine in Protokollen vermerkte, durchaus tragende Rolle im Zustandekommen der Verwaltungsvereinbarung, die die Kostenübernahme des Freundeskreises der Staatsoper von 500.000 Euro über die Erstellung des Bedarfsprogramms festschrieb, war dem Zeugen nicht mehr erinnerlich.

Wie schon so oft konnten sich die Zeugen vor allem bei Fragen nach den Verantwortlichkeiten innerhalb der Verwaltungen nicht mehr erinnern. Das Bild über die Organisation des Sanierungsprojektes, vor allem an den Leitungsebenen, zeichnet sich immer desaströser: Niemand war mit der Zusage der 30 Millionen Euro durch den Freundeskreis befasst. Niemand entwickelte ein Konzept dazu, wie die Staatsoper oder die Stiftung Oper in die Erstellung des Bedarfsprogramms einbezogen werden sollte und niemand fühlte sich in der Verantwortung, die Wirtschaftlichkeit der vielen teuren Vorstellungen kritisch zu prüfen. Das ist der Verwaltung einer Großstadt, die über lange Jahre mit schwersten finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, völlig unwürdig – aber Verantwortungsbewusstsein ist offenbar nicht die Stärke der Verantwortlichen.

Georg Vierthaler konnte ebenfalls nicht erklären, wie das Unterirdische Bauwek sich konkret auf den Betrieb der Staatsoper auswirken sollte. Er verlor sich stattdessen in deskriptiven Ausführungen. Niemand vermag es bisher, zu erklären, welche Verbesserungen sich durch das Bauwerk quantitativ ergeben – und schlimmer: die Verantwortlichen auf der Seite der Verwaltung haben nie Zahlen eingefordert.
Keiner kann sagen, wie viel mehr Vorstellungen denn mit dem verbesserten Repertoirebetrieb gespielt werden sollen oder welcher Zeitgewinn denn eigentlich durch das Unterirdische Bauwerk für den Betrieb erzielt werden könnte. Angesichts der horrenden Kosten von inzwischen 36,7 Millionen Euro für das Bauwerk und der fortgesetzten Sprachlosigkeit des Senats, wirkt das wie reiner Hohn.“

Schriftliche Anfrage der Piratenfraktion:
Staatsopernskandal LXI – Theaterferien vorbei! Nachfrage zu ein paar Parametern zur Wirtschaftlichkeit des Unterirdischen Bauwerks aus Drucksache 17/16686
(Drs. 17/ 17279)
Weitere Informationen:
https://staatsopernskandal.piratenfraktion-berlin.de

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