12.01.16

Die Piratenfraktion hat sich in einer Reihe schriftlicher Anfragen mit dem Thema Gaming in Berlin befasst. Die Erkenntnisse fasst Alexander Morlang, Sprecher für Forschung & Technologie der Fraktion, zusammen:

„Videospiele gewinnen für die Stadt zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen siedeln sich in Berlin an und sorgen mit Wachstumsraten von ca.10 Prozent jährlich für tausende Jobs und dementsprechende Steuereinnahmen, es gibt einen Ausbildungsschwerpunkt und kreative Zentren in der Stadt. Trotzdem wird das Thema Videospiele sowohl wirtschaftspolitisch als auch in Kultur und Ausbildung jeweils nicht als eigenständiges Sujet mit strukturellen Besonderheiten behandelt, sondern als Teilbereich der IT-Branche angesehen. So wird sie aus wirtschaftlicher Sicht seitens des Senats dem Softwaremarkt untergeordnet, kulturell finden Videospiele, wenn überhaupt, unter der sehr diffusen Überschrift der „Neuen Medien“ Beachtung.
Bildungseinrichtungen haben für Gaming meist nur ein Schulterzucken übrig, obwohl es kaum einen Jugendlichen und nur wenige Erwachsene gibt, die nicht regelmäßig spielen. Die öffentliche Zugänglichkeit des Kulturguts „Videospiel“ in Berliner Bibliotheken ist aufs Minimale beschränkt.
Die an sich positiv zu bewertende Entwicklung Berlins zu einem wirtschaftlichen Videospielzentrum verstetigt sich nicht von allein. Vielmehr bedarf es einer gezielten und ressortübergreifenden Förderung und Stabilisierung durch die Politik. Videospielen muss von politischer Seite endlich die Anerkennung zukommen, die sie gesellschaftlich schon längst haben. Wir werden hierzu in den kommenden Wochen mit dem Konzept „Spielbare Stadt“ Maßnahmen vorschlagen.“

Links:

Ausführlicher Blogpost

Schriftliche Anfragen:
Videospielentwicklung in Berlin (I): Allgemeine Daten (Drucksache 17/17514)
Videospielentwicklung in Berlin (II): Indie Games (Drucksache 17/17515)
Videospielentwicklung in Berlin (III): Mobile Games (Drucksache 17/17516)
Videospielentwicklung in Berlin (IV): Berufsausbildung (Drucksache 17/17517)
Videospieljournalismus in Berlin (I): Verlage und Medienhäuser (Drucksache 17/17505)
Videospieljournalismus in Berlin (II): Redaktionen (Drucksache 17/17506)
Videospieljournalismus in Berlin (III): Aus- und Weiterbildung (Drucksache 17/17507)
Videospieljournalismus in Berlin (IV): Kleinpublikationsformate (Drucksache 17/17508)
Videospielmessen, Entwicklerkonferenzen und Branchenmeetings in Berlin (Drucksache 17/17509)
Kultur und Videospiele I: Gaming in Bibliotheken (Drucksache 17/17510)
Kultur und Videospiele (II): Gaming an Schulen (Drucksache 17/17511)
Kultur und Videospiele (III): Museen, Galerien und andere Kulturorte (Drucksache 17/17512)
Kultur und Videospiele (IV): Killerspiel-Debatte (Drucksache 17/17513)
eSport in Berlin (I): Allgemeine Bedeutung der Sparte (Drucksache 17/16956)
eSport in Berlin (II): Finalspiel der League of Legends Weltmeisterschaften in Berlin (Drucksache 17/16957)
eSport in Berlin (III): Partnerschaften mit Südkorea und seinen Profi-eSportler/-innen (Drucksache 17/17504)

Ein Kommentar

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    […] Videospiele in Berlin: Senat muss Chancen erkennen – Alexander Morlang […]

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