02.03.2016

Die Piratenfraktion hat in ihrer gestrigen Fraktionssitzung einen Antrag mit dem Titel „Spielbare Stadt“: Maßnahmen zur Stärkung der Videospielbranche in Berlin beschlossen.

Dazu sagt Alexander Morlang, Sprecher für Forschung und Technologie:

„Berlin ist eine attraktive Stadt für die Videospielbranche. Wir wollen den Standort für die Videospielbranche weiter stärken und Berlin so zu einer „Spielbaren Stadt“ machen.

Wie aus einer Reihe von Anfragen an den Senat hervorgegangen ist, gewinnen Videospiele für die Stadt immer mehr an Bedeutung. So stellt die Berliner Videospielbranche einen Grundpfeiler der Berliner Kreativwirtschaft dar; pro Jahr wird hier etwa eine Milliarde Euro erwirtschaftet und es entstehen etwa 1.000 bis 1.500 neue Arbeitsplätze. Die vielen kreativen Zentren und Vernetzungsmöglichkeiten sowie der Ausbildungsschwerpunkt in der Stadt machen Berlin zu einem attraktiven Standort für die Szene. Preisgekrönte Spiele kommen aus regionalen Entwicklerstudios, große eSport-Events begeistern zahlreiche Fans und bereichern die kulturelle Vielfalt Berlins.

Mit unserem Antrag soll dieser erfreulichen Entwicklung jetzt auch endlich von politischer Seite Rechnung getragen werden. Denn bislang hat es der Senat verpasst, der Videospielbranche einen angemessenen Stellenwert innerhalb der Förderungslandschaft einzuräumen. Obwohl beispielsweise Videospiele einen insgesamt höheren Umsatz als Filme erzielen, ist das Filmförderungsvolumen im Vergleich zu Videospielen circa zehnmal höher – ein krasses Missverhältnis. Der Senat muss hier nachsteuern, denn um Berlin als innovativen und bedeutsamen Standort der Videospielbranche zu stärken, ist ein Bekenntnis zu Berlin als „Spielbare Stadt“ nötig.

Wir fordern den Senat deshalb mit unserem Antrag auf, ein Konzept zur Förderung der Branche vorzulegen. Hierzu soll der Senat eine umfassende Studie in Auftrag geben, um die wichtigsten wirtschaftlichen Kenndaten einzuholen, aus denen die Bedürfnisse der Branche ersichtlich werden. Für die zielgenaue Erhebung solcher Wirtschaftsdaten soll der Senat zudem auf Bundesebene darauf hinwirken, dass Videospielunternehmen für Betriebsstatistiken eigenständig klassifiziert und nicht unspezifisch wie bisher gemeinsam mit Softwareunternehmen anderer Branchen geführt werden. Außerdem soll in Berlin eine Kompetenzstelle eingerichtet werden, um den Vertreter*innen der Branche einen vereinheitlichten Zugang zu Informationen über Förderungs- und Standortmaßnahmen zu ermöglichen.

Die beeindruckende Entwicklung der Videospielbranche ist eine echte kulturelle sowie ökonomische Chance für Berlin. Der Senat darf diese Chance nicht verspielen, indem er das Thema weiter verschläft.“

 

Link zum Antrag:
https://redmine.piratenfraktion-berlin.de/issues/18607

Blogposts zum Thema:

Videospiele in Berlin: Senat muss Chancen erkennen – Alexander Morlang

Gaming in Berlin: Auf dem Weg zu einer „Spielbaren Stadt“

Videospielbranche in Berlin: Zu viele Anlaufstellen und kein Förderungskonzept

Videospielbranche in Berlin: Planlose Wirtschaftspolitik mangels Datengrundlage

Ein Kommentar

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    […] 17/2777) Redner: Alexander Morlang Hierzu erhielten Sie bereits eine Pressemitteilung: https://www.piratenfraktion-berlin.de/2016/03/02/berlin-soll-spielbare-stadt-werden-alexander-morlan…    „Einrichtung einer Stelle einer Berliner Beauftragten für Partizipation und wachsende […]

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